Propstei Braunschweig
07.03.10

Sorgenstatistik

„Trau´ keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, so hört man bisweilen. Aber jetzt ist mir doch eine wirklich bemerkenswerte Statistik in die Hände gefallen. Sie betrifft unsere täglichen Begleiter, nämlich unsere Sorgen.
45% der Sorgen, so heißt es da, betreffen Ereignisse, die überhaupt nicht eintreffen. Unglaublich – fast die Hälfte aller Sorgen wären demnach also völlig unnötig und zudem verlieren ja viele Situationen ihren Schrecken, wenn man sie aus der Nähe betrachtet.
Weiter beziehen sich 35% der Sorgen auf längst vergangene Ereignisse – wie schön wäre es, wenn wir einfach sagen könnten: vorbei ist vorbei! Beim Autofahren zum Beispiel ist es leichter: der Blick in den Rückspiegel ist sehr wichtig, aber vor allem müssen wir nach vorne schauen und die Wegstrecke betrachten, die vor uns liegt.
12% sind laut dieser Statistik Sorgen um unsere Gesundheit, die oft das Gegenteil bewirken. Soll wohl heißen, dass leichter krank wird, wer sich dauernd selbst beobachtet und immerzu an drohende Krankheiten denkt.
Ganze 8% unserer Sorgen wären somit „berechtigte“ Sorgen – aber überprüfen Sie doch mal selbst Ihre Sorgenstatistik!
Ich persönlich lege jedenfalls – wenn ich getan habe, was ich tun konnte – diese meine „Restsorgen“ gerne in die Hände desjenigen, der sich sowieso jeder Berechnung entzieht – rein statistisch gesehen.

Verfasser: Propst Thomas Hofer