Propstei Braunschweig
15.04.17

Der Lebensfreude auf der Spur

In der Kita St. Andreas gestaltet Christine Scherf mit ihrem Team die Karwoche und Ostern für alle Sinne

Kinder hören die Passionsgeschichte und legen dazu ein Bodenbild. Foto: Reinhard

Das Bild wächst. Tag für Tag wird etwas verändert -  und so entsteht am Ende aus Dunklem und Schwerem ein Bild der Hoffnung: Ein Bodenbild, gestaltet von den Kindern des Kindergartens der evangelischen St. Andreasgemeinde.  Schon vor Palmsonntag beginnt eine Erzieherin mit der Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem. In Kleingruppen kommen die Kinder in die Bewegungshalle und hören nicht nur zu. Sie können ganz in die Geschichte eintauchen. Sie fühlen mit, überlegen und gestalten mit  verschiedenen Materialien ein Bodenbild. Mit Tüchern, Kugeln, Holz oder Federn kann sich jedes Kind  einbringen. Fünf  Kindergartentage lang gehen die Kinder so den Weg Jesu nach:  über Gründonnerstag und das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Freunden, das Sterben am Karfreitag  hin zum Osterfest als Fest des Lebens. Christine Scherf, die Leiterin des Kindergartens, ist sich bewusst, dass das Thema nicht einfach ist. Aber Ostern einfach nur mit Häschen und Eiern zu feiern, geht für sie am Leben vorbei. Bevor sie vor knapp vier Jahren an den Kindergarten gekommen ist, war sie in einer Diakoniestation tätig. In der Betreuung pflegebedürftiger Menschen war die Sozialpädagogin stetig mit dem Thema Abschied und Trauer konfrontiert. Für sich selbst hat sie in dieser Arbeit entdeckt, dass mit dem Wissen um Endlichkeit auch die Freude über das Leben eine neue Dimension bekommt. Das möchte sie auch in ihrem neuen Berufsumfeld einbringen. Ihr ist wichtig, dass die Kinder sich auf das Thema in ihrem Maße einlassen können. Dazu braucht es einen Rahmen, der viel Sicherheit gibt: „Rituale sind wie ein Anker“, sagt sie und erzählt von einem klaren Ablauf in der Karwoche mit Liedern, Begrüßungsspruch und Vaterunser.
Besonders schön ist dann der Gründonnerstag.  Die Kinder sitzen an Tischen und sind zusammen wie die Jünger damals.  Es gibt selbstgebackenes Brot und Weintrauben. Das große Bild, an dem alle Kinder mitgearbeitet haben, liegt auf dem Boden. Alles, was die Kinder an Erfahrungen und Ideen eingebracht haben, ist präsent – aber aufgehoben und geborgen in der Osterbotschaft  von der Auferstehung Jesu.















Verfasser:Pfarrerin Hanne-Elisabeth Reinhard