Propstei Braunschweig
15.04.17

Pröpstin Uta Hirschler am 15.4.2017 in der nb

Auch wenn er stirbt

„Mein Gott hat mich verlassen!“ Es bleibt keine Hoffnung, bleibt keine Zeit und bleibt kein Leben. Mindestens 1031 Menschen auf der Welt erlebten im Jahr 2016, was für Jesus mit seiner Hinrichtung Wirklichkeit wurde. Mindestens 3117 Personen wurde ihr Lebensrecht mit einem Todesurteil abgesprochen. Unzählige weitere verlieren ihr Leben auf der Flucht, im Krieg, durch Anschläge und Gewalt. Mit jeder Hinrichtung und jedem Mord haben Menschen einer Person, wie damals Jesus, gesagt und gezeigt, dass sie das Leben dieses Menschen für überflüssig oder wertlos erachten und haben es ausgelöscht.
„Jesus ist auferstanden!“ Die Botschaft des Ostermorgens sagt: Gott bleibt dem verächtlich Hingerichteten nahe, widerspricht dem Werturteil der Richter und Henker. Gott widerspricht für seinen Sohn. Seine Liebe gilt Jesus, den er als Christus ausgesandt hat. Diese Liebe bleibt. Sie lässt sich nicht auslöschen, sondern hält und trägt und überwindet den Tod. Damit sind auch die irdischen Werturteile überholt.
„Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ Jesu Worte geben Gottes Liebe weiter und sprechen sie denen zu, die zu ihm gehören. Unvergängliches Leben und heilsame Liebe kommen durch ihn in die Reichweite aller. Sie tragen weiter als irdische Werturteile und sie überwinden selbst den Tod.
Wer davon weiß und nun Erfahrungen mitbekommt oder machen muss, die mit Verachtung und abgesprochenem Lebensrecht zu tun haben, darf wissen, dass solche Urteile höchstens nach den Maßstäben dieser Welt das letzte Wort behalten. Denn mit Ostern gilt, was Jesus sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannes 11,25). Frohe Ostern!

Uta Hirschler, Pröpstin

Verfasser:Pröpstin Uta Hirschler