Propstei Braunschweig
17.06.17

Pröpstin Uta Hirschler am 17.06.2017 in der NB

Gut gemacht

Auf dem Fußweg an einer großen Straße sprang mir vor ein paar Tagen ein Schriftzug aus Straßenkreide ins Auge. „Gut gemacht“ stand da mitten im Weg. Einfach hingeschrieben und nicht von Kinderhand. Vielleicht gehörte er zu einer Schatzsuche? Gut gemacht. Mir war sofort das Schuljahresende vor Augen. Der Zeugnistag steht bevor. Er gibt besten Anlass, um sowohl den jungen Leuten, wie auch den Lehrkräften zu sagen: „Gut gemacht. Das Schuljahr ist geschafft.“ Erlebt haben alle eine Menge. Bestimmt hat sich jede und jeder nach den eigenen Möglichkeiten angestrengt, der eine mehr, der andere weniger. Es gab gute Erfahrungen mit Lehrkräften. Lehrerinnen und Lehrern hat das Unterrichten Freude gemacht. Auch die andere Seite gehört dazu: Die Schülerinnen und Schüler haben Lehrer ertragen, sich mit Ungerechtigkeiten und Entmutigungen auseinander gesetzt. Und umgekehrt gilt sicher dasselbe. Menschen sind zu manchen Gemeinheiten fähig. Am Ende steht der Zeugnistag. Gestern war es für den Abiturjahrgang so weit, am kommenden Mittwoch folgen die übrigen. Das wird kaum Überraschungen geben, die Noten sind längst bekannt. Aber auf dem Zeugnis stehen alle auf einmal: Eine Leistungsbilanz des beendeten Schuljahres. Was nicht sichtbar wird: Talent und Fleiß hinterlassen darin ihre Spuren, Niederlagen und Lebenskrisen auch. Manches „Ausreichend“ wird hart erarbeitet sein und einen Meilenstein auf dem Lebensweg bedeuten. Auch das hat dann mindestens ein „gut gemacht“ verdient. Da möchte Jesu Predigt aus Matthäus 6 e ergänzen: „Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet;“ und auch nicht um eure Noten. „Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung“ und die Zukunft mehr als die Leistung? „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“

Verfasser:Pröpstin Uta Hirschler