Propstei Braunschweig

Diese Pfarrer/innen schreiben in der Samstag-Ausgabe der Braunschweiger Zeitung das "Wort zum Sonntag"

Pröpstin Uta Hirschler
Pfarrer Wolfgang Jünke, Martin Chemnitz, Lindenberg, Möncheweg 56
Pfarrer Friedhelm Meiners, St. Martini, Altstadtmarkt, Eiermarkt 3
Pfarrer Jens Paret, St. Johannes Hondelage, Johannesweg 4
Pfarrer Henning Böger, St. Magni, Hinter der Magnikirche 7, 38100 Braunschweig
Pfarrerin Johanna Klee, St. Pauli-Matthäus, Jasperallee 14, 38102 Braunschweig
17.06.17

Wort zum Sonntag

Unser Dienst geht nicht allein

 „Unser Dienst geht nicht allein.“ So lautete das Motto des diesjährigen ökumenischen Florianstags in Braunschweig, den Feuerwehren und Kirchen bereits zum fünften Mal gemeinsam begangen haben. „Unser Dienst geht nicht allein.“, sagen die Frauen und Männer in den Orts-, Berufs- & Werksfeuerwehren in der Stadt. Niemand kann für sich allein Feuerwehr sein. Helfen, Löschen, Bergen und Schützen geht immer nur gemeinsam mit anderen. „Unser Dienst geht nicht allein.“ Das ist ein Gedanke, der auch bei Kirchens zählen soll. Niemand hat das besser auf den Punkt gebracht als der Apostel Paulus im Brief an die Gemeinde im griechischen Korinth. Dort hat es viel Konkurrenz und Wettstreit gegeben, auch Diskussionen um die Frage, wer denn mit seinen Gaben weit vorne oder eher hinten zu verorten sei. Paulus erinnert die Gemeinde daran, dass keiner für sich allein Kirche sein kann. Und dann beschreibt er die Kirche als einen lebendigen Organismus, dessen einzelne Teile nur im Zusammenspiel aller ein Ganzes ergeben: „Wie jeder Körper besteht dieser Leib aus vielen Teilen, nicht nur aus einem. Wenn der Fuß behaupten würde: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Körper!, würde er trotzdem nicht aufhören, Teil des Körpers zu sein. Und wenn das Ohr behaupten würde: Weil ich nicht das Auge bin, gehöre ich nicht zum Körper!, würde es trotzdem nicht aufhören, Teil des Körpers zu sein. Wenn der ganze Körper nur aus Augen bestünde, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur aus Ohren bestünde, wo bliebe dann der Geruchssinn? Es gibt verschiedene Teile, aber nur einen Körper … und es soll das gemeinsame Anliegen aller Teile sein, füreinander zu sorgen.“ Ich finde, das ist ein starkes Bild dafür, wie Kirche sein soll. Und dieses Bild lässt sich über den Bibel-Tellerrand hinaus gut in andere Bereiche unseres Lebens übertragen: überall dorthin, wo wir Menschen miteinander Leben gestalten und wo wir mit dem, was wir können, nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere da sein sollen. Probieren Sie es aus und setzen Sie einfach für die verschiedenen Körperteile, die Ohren, Augen, Nase, Hände und Füße, Ihnen vertraute Aufgaben und Funktionen in Beruf und Freizeit, in Familie und Vereinen ein. Sie werden merken: Das passt! Denn: Unser Dienst geht nicht allein!

Verfasser:Pfarrer Henning Böger