Propstei Braunschweig

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27.01.20

Aus der Geschichte lernen

Ansprache von Landesbischof Meyns zum Holocaust-Gedenktag

Landesbischof Dr. Christoph Meyns Foto: Klaus Kohn

Braunschweig. Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar hat Landesbischof Dr. Christoph Meyns davor gewarnt, den Antisemitismus in Deutschland als „Betriebsunfall der deutschen Geschichte“ zu verharmlosen. „Verharmlosung, Abwehr von Schuld oder gar die Verkehrung von Tätern und Opfern sind der falsche Weg“, sagte er in der Gedenkstätte KZ-Außenlager in der Schillstraße in Braunschweig. Der Landesbischof hielt eine Ansprache auf Einladung der Stadt Braunschweig und des Arbeitskreises Andere Geschichte.

Meyns betonte, nur wer sich aktiv mit der Geschichte auseinandersetze, könne dazu beitragen, dass deren dunklen Seiten und vor allem der Antisemitismus in unserer Gesellschaft keine neue Macht gewinnen. Gerade weil die Erinnerung schmerzhaft sei und Versagen offenbare, sei sie weiter dringend notwendig.

Kritisch äußerte er sich auch zur Rolle der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus. Deren Obrigkeitshörigkeit und politische Naivität, ihre nationalistische Gesinnung und der weit verbreitete Antisemitismus in der Pfarrerschaft erfülle ihn mit Scham.

Ansprache im Wortlaut

Verfasser: Michael Strauss