Propstei Braunschweig
05.09.20

Kirchenfinanzen trotz Corona stabil

Landeskirche Braunschweig rechnet nicht mit dramatischem Rückgang

Tagung der Landessynode in der Trinitatiskirche in Wolfenbüttel.

Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer erläuterte die aktuelle Finanzentwicklung angesichts der Corona-Pandemie. Fotos (2): Agentur Hübner

Wolfenbüttel (epd). Die braunschweigische Landeskirche rechnet mit keinem dramatischen Rückgang der Kirchensteuer-Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr. Zwar habe es einen spürbaren Einbruch der Einnahmen im zweiten Quartal gegeben, durch die sehr guten Einnahmen im ersten Quartal lägen diese im Juli aber noch über dem Vergleichszeitraum zum Vorjahr, sagte Oberlandeskirchenrat Jörg Mayer am 5. September bei der Tagung der Landessynode in Wolfenbüttel. Ursprünglich hatte die Landeskirche mit einem Verlust von bis zu zehn Millionen Euro gerechnet.

Für die zweite Jahreshälfte werde ein relativ solider Verlauf erwartet, sagte Mayer. Er sehe keine strukturellen Eingriffe wie Haushaltssperren oder einen Einstellungsstopp auf die Landeskirche zukommen. Immer noch seien Negativentwicklungen möglich, die aber durch eine Steuerschwankungsrücklage abgesichert seien. Auch eine auf die Pandemie zurückzuführende "Kirchen-Austritts-Welle" konnte nicht verzeichnet werden.

Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer in Deutschland rechnet im Zuge der Corona-Krise für das Jahr 2020 mit Einnahmeverlusten bei der Kirchensteuer von mindestens zehn Prozent. Die Haushalte der braunschweigischen Landeskirche für die Jahre 2019 und 2020 hatte die Synode, das Kirchenparlament, bereits im Jahr 2018 beschlossen. Sie haben ein Volumen von 110 Millionen Euro für 2019 und 113 Millionen Euro für 2020. Zur braunschweigischen Kirche zählen nach deren Angaben 304 Gemeinden mit insgesamt rund 320.000 Mitgliedern.

Verfasser: Evangelischer Pressedienst