Propstei Braunschweig
09.09.20

Flüchtlingen in Moria helfen

Evangelische Kirchen in Niedersachsen appellieren an Bundesregierung

Das Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos vor dem Brand. Foto: epd-bild/Joern Neumann

Hannover (epd). Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister (Hannover) an die Bundesregierung appelliert, den Menschen dort zu helfen. "Wir würden als evangelische Kirche alle Möglichkeiten vollständig unterstützen, dass man diesen Menschen einen menschenwürdigen Aufenthaltsort gibt, und dann im Rahmen der Asylgesetze darüber berät und beschließt, wo sie letztlich bleiben können", sagte er am 9. September.

Meister sprach von einer "absoluten Katastrophe", die allerdings erwartbar gewesen sei. Die Menschen dort hätten schon seit vielen Jahren unter menschenunwürdigen Umständen gelebt. "Es brauchte nur noch einen Auslöser." In einer "großartigen Geste" habe Deutschland vor fünf Jahren gezeigt, wie das Land handeln könne. Das sei zwar keine Option auf Dauer. "Aber dass wir in absoluten Notsituationen unmittelbar helfen müssen, ist klar", betonte der Bischof. Meister ist auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Das Flüchtlingslager war in der Nacht zum 9. September durch Feuer zu großen Teilen zerstört worden. Nach dem Brand herrschen dort nach Berichten von Helfern chaotische Zustände. Die Versorgung der rund 12.000 Menschen vor Ort sei zusammengebrochen. Hilfsorganisationen dürften das von Sicherheitskräften abgeriegelte Areal nicht mehr betreten. Tausende Menschen irrten durch die Straßen des Lagers, es gebe zurzeit kein Essen und kein Wasser. Das Feuer in dem völlig überfüllten Lager sei gegen zwei Uhr in der Nacht ausgebrochen.

Verfasser: Michael Strauss