Propstei Braunschweig
18.11.20

Sorge über mangelndes Personal

Braunschweigische Landessynode diskutiert über Wege in die Zukunft

Propst Thomas Gunkel (Goslar) und das Präsidium bei der Andacht zu Beginn der Synodentagung in der Lindenhalle in Wolfenbüttel.

Jürgen Hirschfeld.

Thomas Ehgart.

Oberlandeskirchenrätin Ulrike Brand-Seiß. Fotos (4): Klaus G. Kohn

Wolfenbüttel. Die braunschweigische Landessynode hat sich besorgt über die personale Ausstattung in den Kirchengemeinden gezeigt. Es gebe Schwierigkeiten, sowohl neue Pfarrerinnen und Pfarrer als auch Diakoninnen und Diakone für frei werdende Stellen zu finden. Das gelte gerade für den ländlichen Bereich, wie Jürgen Hirschfeld (Propstei Gandersheim-Seesen) am Mittwoch, 18. November, vor dem Kirchenparlament in Wolfenbüttel beklagte.

Und Pfarrer Thomas Ehgart (Propstei Gandersheim-Seesen) sagte: „Uns wird die Luft eng.“ Es bestehe die Gefahr, dass in Kirchengemeinden mit vakanten Pfarrstellen keine Gottesdienste mehr stattfinden können und Bestattungen freien Trauerredner überlassen werden müssten.

Oberlandeskirchenrätin Ulrike Brand-Seiß (Wolfenbüttel), Leiterin der Personalabteilung, betonte die Notwendigkeit einer Strategie für die Personalentwicklung. Ein Arbeitsplatz in der Kirche müsse ein attraktiver Arbeitsplatz sein. Sie informierte darüber, dass eine neue Mitarbeiterin für die Personalentwicklung im Landeskirchenamt am 1. November ihre Arbeit aufgenommen habe. Außerdem werde das Einstellungsprogramm für Pfarrerinnen und Pfarrer fortgeführt.

Allerdings zeige sich, dass es schwer sei, die angestrebte Zahl von Neueinstellungen zu erreichen, so Brand-Seiß. Derzeit seien in der Landeskirche 15 Gemeindepfarrstellen und 3,75 allgemeinkirchliche Pfarrstellen vakant. Eine neue Perspektive entstehe für Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand. Nach den Regelungen einer neuen Kirchenverordnung könnten sie ab dem 1. Januar 2021 Vertretungsdienste in den Kirchengemeinden übernehmen.

Mit großem Applaus verabschiedete die Landessynode ihren ehemaligen Synodenpräsidenten Gerhard Eckels (Braunschweig) als Mitglied der EKD-Synode sowie Pfarrer Harald Welge (Braunschweig) ebenfalls als Mitglied der EKD-Synode sowie der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Eckels hatte die Landeskirche Braunschweig 24 Jahre in der EKD-Synode vertreten und war dort unter anderem Vorsitzender des Rechtsausschusses. Harald Welge war 18 Jahre lang Mitglied der VELKD-Synode und elf Jahre zugleich in der EKD-Synode.

Verfasser: Michael Strauss