Propstei Braunschweig
24.05.21

Den Schwächsten zuwenden

Landesbischof Meyns ruft in Pfingstpredigt zu Mitmenschlichkeit auf

Landesbischof Dr. Christoph Meyns. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig (epd). Der Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns hat in seiner Pfingstpredigt Christinnen und Christen dazu aufgerufen, sich verstärkt den Schwächsten in der Gesellschaft zuzuwenden. Ausgehend von der biblischen Erzählung des „Turmbaus zu Babel“ forderte der evangelische Theologe am Pfingstsonntag im Braunschweiger Dom zum Verzicht auf Statusdenken und dem Streben nach Größe auf. Bedeutender sei das Vertrauen in die Liebe Gottes, die Reiche und Arme gleichermaßen trage.

Dieses Vertrauen könne die Perspektive verändern. „Dann brauchen wir keine Türme und keine Wolkenkratzer, keine Raumstationen und keine Raketen zum Mars“, betonte Meyns. Dann seien die Menschen „frei, sich dorthin zu wenden wo andere Menschen uns brauchen, wo unsere Erde uns braucht: zu den Mühseligen und Beladenen dieser Welt, den Hungernden, den Opfern von Krieg und Gewalt, den Kranken und Einsamen, zu der geschundenen Natur“.

Meyns blickte auch auf den Beginn der Corona-Pandemie zurück. Den ersten Lockdown im Frühjahr des Vorjahres bezeichnete der Landesbischof als „eine völlig unerwartete Vollbremsung aus dem vollen Leben heraus.“ Er warf die Frage auf, ob die Pandemie „auf verdeckte Weise auch ein Segen“ sein könne, weil sie eine Unterbrechung „des ewigen Kreisen um die eigene Bedeutsamkeit“ darstelle. In der Pandemie liege womöglich „eine schmerzhafte, aber notwendige Lehre über das, was im Leben wirklich trägt und was nicht“, sagte Meyns.

Pfingstpredigt im Wortlaut

Verfasser: Evangelischer Pressedienst