Propstei Braunschweig
20.11.21

Beratung am Fenster

Vertreterinnen der Diakonie berichten Landessynode über Arbeitsfelder

Uta Hirschler vor der Landessynode.

Anke Grewe vor der Landessynode. Fotos (2): Klaus G. Kohn

Braunschweig. Uta Hirschler, Vorstand des Diakonischen Werkes evangelischer Kirchen in Niedersachsen stellte vor der Landessynode in der Braunschweiger Stadthalle den Tätigkeitsbericht des Diakonischen Werkes vor. Darin ging es vor allem um den Austausch zwischen Diakonie und Kirche. Hirschler betonte, wie wichtig es sei, dass Diakonie und Kirche ihr jeweiliges Fachwissen bündeln und sich immer wieder neu ausrichten. Verbindende Elemente seien auch die Nachhaltigkeit und der Klimawandel. So habe sich das Diakonische Werk das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Mit Blick auf die anhaltende Corona-Pandemie sagte Hirschler: „Corona hat die Nöte der Menschen verstärkt und Hilfe verunmöglicht.“ Zwar habe die Digitalisierung einen Sprung gemacht, trotzdem fehle es aber vielen noch an den nötigen technischen Voraussetzungen, um an digitalen Angeboten teilhaben zu können. Bei all den guten Ideen, die es gebe, um Menschen am Rande der Gesellschaft zu unterstützen, dürfe man aber nie die Würde der Betroffenen vergessen.

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer dankte Uta Hirschler für die gute Arbeit: „Die Landeskirche Braunschweig fühlt sich in dem Diakonischen Werk gut aufgehoben.“

Auch Anke Grewe, Vorstand der Diakonie-Stiftung im Braunschweiger Land, berichtete von der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie während der Corona-Pandemie. So habe die Diakonie 20.000 Menschen im Braunschweiger Land über Beratungen erreicht. Hierfür hätten allerdings schnell neue Lösungen gefunden werden müssen, denn Home-Office sei in diesem Bereich keine Möglichkeit. Denn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien am geöffneten Fenster tätig, an der Tür oder digital und per Telefon.

Ein Vorteil sei laut Anke Grewe die Ende 2019 eingeführte elektronische Klientenakte. „So können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an jedem Ort auf die Daten der Klientinnen und Klienten zugreifen.“

Ein wichtiger Punkt sei außerdem die Migration. „Das ist ein Thema von Bund, Ländern, von uns allen“, so Grewe. Daher sollte es das Ziel sein, Migration angemessen und zielführend zu begleiten und neue Fachkräfte zu gewinnen. Deutschland sei ein Einwanderungsland und brauche dafür konkrete Regeln.

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer dankte auch der Diakonie im Braunschweiger Land für das große Engagement. Die Synodale Anne-Luise Lee bat um mehr Informationen zu alleinerziehenden Müttern während der Corona-Pandemie. Daraufhin erklärte Anke Grewe, dass dies eine große Baustelle sei, da alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern oft in beengten Wohnverhältnissen leben. Um hier Lösungen zu finden, werde die Diakonie künftig verstärkt mit Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern und Kindergärten zusammenarbeiten. (sis)

Verfasser: Michael Strauss