Propstei Braunschweig
05.10.17

Frauen-Konvent sucht Nachwuchs

Kloster St. Marienberg in Helmstedt bietet "modernes Klosterleben"

Die Konventualinnen pflegen das geistliche Leben. Foto: Kloster St. Marienberg

Helmstedt (epd). Das evangelische Kloster St. Marienberg in Helmstedt sucht Nachwuchs für seinen Frauen-Konvent. Derzeit seien dort zwei Stellen unbesetzt, teilte das Kloster mit. Die zurzeit vier teils langjährigen Konventualinnen würden zudem älter. Mit einem Flyer suche das Kloster nun nach neuen Interessentinnen.

Gesucht würden Bewerberinnen, die ein Interesse an einem "modernen Klosterleben" hätten, hieß es. Zu den Aufgaben gehört es den Angaben zufolge, Besuchern in bis zu zweistündigen Führungen das Kloster und seine mittelalterlichen Textilien zu präsentieren. Auch "soziale und mildtätige Aufgaben" zählen dazu. Gefragt sei außerdem "Teamfähigkeit, Tatkraft und Kreativität", um das Leben im Kloster im christlichem Miteinander zu gestalten.

Als der zwischenzeitlich aufgelöste Konvent im Jahr 1989 neu gegründet wurde, wurde auch die "Residenzpflicht" für die Frauen aufgehoben. So leben die Konventualinnen derzeit nicht im Kloster. Auch verheiratete Frauen können dem Konvent beitreten. Für alleinstehende Konventualinnen seien nun Wohnungen im Kloster in Planung. Da ein tägliches Beisammensein dort noch nicht möglich sei, finde unter anderem einmal monatlich gemeinsam mit dem Klosterpropst ein sogenannter "Einkehrtag" mit theologisch-religiösen Gesprächen statt.

Das im 12. Jahrhundert gegründete Kloster St. Marienberg wurde während der Reformation im 16. Jahrhundert aufgelöst. Drei Jahrhunderte später wurde das fast völlig zerstörte Kloster wieder aufgebaut und durch einen Konvent besiedelt. Bis ins 20. Jahrhundert befanden sich im Kloster eine Privatschule für Mädchen und eine Kleinkinderschule.

1984 starb der Konvent aus. Im Jahr 1989 wurde er von der jetzigen Vorsteherin, Domina Mechthild von Veltheim, wieder aufgebaut. Das evangelische Kloster ist außerdem bundesweit für seine mehr als 100 Jahre alte Paramentenwerkstatt bekannt

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Verfasser:Evangelischer Pressedienst