Propstei Braunschweig
31.10.17

Dom zum Reformationstag überfüllt

Mehr als 2000 Menschen feierten in Braunschweig 500 Jahre Reformation

Zum Reformationsgottesdienst überfüllt: der Braunschweiger Dom.

Domchor vor großer Kulisse.

Bläserkreis der Landeskirche im Reformationsgottesdienst.

Thesenanschlag auf dem Burgplatz.

Braunschweig (epd). Landesbischof Christoph Meyns hat die ökumenische Ausrichtung des 500. Reformationsjubiläums in diesem Jahr gewürdigt. Die Feierlichkeiten hätten "die Verbundenheit mit unserer katholischen Schwesterkirche" gestärkt, sagte er am 31. Oktober bei einem Gottesdienst zum Reformationstag im Braunschweiger Dom. Vor allem in Fragen der Gastfreundschaft beim Abendmahl müsse es zu einer "vertieften Geschwisterlichkeit" kommen, sagte Meyns. "Die Kirchenspaltung ist eine negative Wirkung der Reformation, die bis heute schmerzt." Der Besucheransturm auf den Gottesdienst war so groß, dass der Braunschweiger Dom wegen Überfüllung geschlossen werden musste.

Gleichzeitig beklagte Meyns den "Lärm der Moderne". Dieser Lärm mache schwerhörig für die Nöte anderer. "Wir hören nicht, woran andere Menschen leiden, nehmen nicht wahr, was sie belastet." Der Bischof warnte davor, falschen Stimmen zu folgen, dazu zählten nationalistische und chauvinistische Stimmen, völkische und antisemitische Stimmen, patriarchale und neoliberale Stimmen. Die Kirche müsse die Stimme im Geiste des Evangeliums erheben: "für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden, für kranke und behinderte Menschen, für Flüchtlinge, für die Armen und Ausgebeuteten dieser Welt, gegen Kriegstreiberei, Hass, Rassismus und Diskriminierung."

Im Anschluss an den Gottesdienst feierten mehr als 2.000 Menschen in der Braunschweiger Innenstadt ein Reformationsfest. Unter anderem konnten die Besucher bei einem sogenannten Braunschweiger Thesenanschlag teilnehmen und eigene Thesen an aufgestellte Türen anbringen.

Für den Thesenanschlag hatte die Propstei zuvor rund 95.000 Postkarten im Stadtgebiet und in Wolfenbüttel in Verteilern für Gratis-Postkarten und in Kirchengemeinden verteilt. Dabei wurde den Empfängern die Leitfrage gestellt, was für eine lebenswerte Gesellschaft nötig sei. Die Postkarten zeigten sieben verschiedene Motive mit jeweils einem Begriff, der auf Aspekte von Lebensqualität verweise, sagte Pröpstin Uta Hirschler. Dazu zählten die Worte Liebe, Fürsorge, Gnade, Mitgefühl, Vergebung, Bildung und Zuversicht.

Die Frage nach einer lebenswerten Gesellschaft rufe dazu auf, ähnlich wie Luther nicht nur auf Missstände aufmerksam zu machen, sondern ein Anliegen positiv und konstruktiv zu formulieren, betonte Hirschler. Ziel der Aktion sei es, zu einem gelingenden Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. Die Ergebnisse sollen auf der Internetseite der Propstei ausgewertet und veröffentlicht werden.

Bei dem Fest vor dem Braunschweiger Dom nahmen zudem prominente Bürger der Stadt, darunter Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) und der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns, zu ihren eigenen Thesen Stellung. Außerdem spielten zahlreiche Musikgruppen ein Programm, das von Jazz über Gospel bis hin zu Posaunenchor reichte.

 Predigt von Landesbischof Meyns im Wortlaut

Meditation von Pfarrerin Anette-Sandra Quedenfeld

Meditation von Pfarrer Jakob Timmermann

Verfasser: Evangelischer Pressedienst