Propstei Braunschweig
26.01.18

Kirche wirbt für den Reformationstag

Neue Internetpräsenz liefert Gründe für gesetzlichen Feiertagsschutz

Zum Reformationsfest 2017 waren die Kirchen so voll wie nie. Der Braunschweiger Dom musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Foto: Agentur Hübner

Hannover/Hamburg (epd). Mit einer neuen Internetpräsenz werben die evangelischen Kirchen in Niedersachsen in der Debatte um einen neuen gesetzlichen Feiertag für den Reformationstag. Der Vorsitzende des Rates der Konföderation, Ralf Meister, schreibt, die "übervollen Gottesdienste" in allen Landeskirchen am Reformationstag 2017 hätten gezeigt, dass der Tag breit in der Gesellschaft verankert sei: "Selten zuvor hat ein Festtag religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen so viele Menschen in unserem Land, ja international, mit in das Nachdenken über Herkunft und Zukunft unserer Gesellschaft gezogen."

Der 31. Oktober stehe für Freiheit, Lernen, Kultur, Bildung und Wandel. "In ökumenischer Verbundenheit und unter Beteiligung anderer Religionen, aber auch mit Menschen ohne religiöse Bezüge, gelangen uns während des Reformationsjubiläums intensive Begegnungen", schreibt der hannoversche Landesbischof. Dazu gehöre auch die kritische Auseinandersetzung mit theologischen Irrtümern der Reformatoren. Dazu zählen vor allem die judenfeindlichen Aussagen Martin Luthers (1483-1546) in einer seiner späteren Schriften.

In kurzen Videobotschaften werben weitere Prominente wie die Direktorin des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover, Katja Lembke, und der Vorsitzende des Landvolks Hannover, Volker Hahn, in kurzen Statements für den Reformationstag. Meister begrüßte, dass auch die anderen norddeutschen Länder Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zurzeit überlegten, den Tag als gesetzlichen Feiertag einzuführen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) favorisiert den Reformationstag. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) haben ebenfalls für den gesetzlichen Feiertag plädiert. In Hamburg solle diese Frage zunächst im Senat diskutiert werden, sagte Sprecher Jörg Schmoll dem epd. Zurzeit gebe es dort keine Vorfestlegungen. Er gehe davon aus, dass sich Hamburg einem einhelligen Votum der anderen Bundesländer für einen bestimmten Tag nicht entgegenstellen werde.

In Niedersachsen hatten allerdings die katholische Kirche und der Landesverband der jüdischen Gemeinden deutliche Kritik geäußert. Die Grünen werben für einen weltlichen Feiertag, Wirtschaftsverbände lehnen einen weiteren Feiertag als zu kostspielig ab.

Neue Internetpräsenz zum Reformationstag

Verfasser: Evangelischer Pressedienst