Propstei Braunschweig
21.02.18

Aktionswochen erinnern an Atomunfälle

Programm bietet zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Energiewende

Aktionswoche gegen Atomenergie.

Wolfenbüttel/Braunschweig (epd). Mit internationalen Gästen und Experten und zahlreichen Veranstaltungen soll im März und April in der Region Braunschweig an die Atomunfälle von Tschernobyl und Fukushima erinnert werden. Ganz bewusst werde dabei das Gedenken an die Reaktor-Unglücke mit dem Thema der erneuerbaren Energien und Energiewende verbunden, sagte der frühere evangelische Sozialdiakon Paul Koch in Wolfenbüttel. Die Veranstaltungen finden bereits im sechsten Jahr im Rahmen der "Europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima" statt.

Bei öffentlichen Diskussionsrunden sei unter anderem die Münchener Politikwissenschaftlerin Miranda Schreurs zu Gast, hieß es. Thematisiert würden beispielsweise die Auswirkungen von erneuerbaren Energien auf die Landschaft. Geplant seien außerdem Benefiz-Konzerte, Lesungen oder eine Filmvorführung. Außerdem seien Zeitzeugen zu Gast, die von ihren Erfahrungen mit den beiden Reaktorunglücken berichteten. In Braunschweig und Goslar rufen Initiativen am 25. April dazu auf, sich an einer europaweiten Kerzenaktion zu beteiligen. Die Aktionswochen endeten am 26. April um "Fünf vor Zwölf" mit einer Andacht am Lutherbaum vor dem Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter.

Landesbischof Christoph Meyns sagte als diesjähriger Schirmherr der Aktion, die Gesellschaft brauche angesichts der naturwissenschaftlichen und technischen Fortschritte eine neue Haltung gegenüber der Natur. "Mit Gesetzen oder einer Energiewende alleine werden wir aber nicht weiterkommen." Nötig sei eine langfristige Bildungsarbeit, um die Menschen zu sensibilisieren. Dazu dienten auch die Aktionswochen.
Der evangelische Landesjugendpfarrer Lars Dedekind sagte, für Jugendliche liege selbst die Reaktor-Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 schon wieder weit zurück. "Es liegt nicht unbedingt oben auf im Bewusstsein junger Menschen." Daher biete die Jugendkirche gemeinsam mit dem Trägerkreis den Schulen im April unter anderem Gespräche mit Zeitzeugen und Unterrichtsmaterialien an, die es den Jugendlichen ermöglichten ihre Sorgen, Ängste und Fragen zu thematisieren.

In Tschernobyl war im April 1986 ein Reaktor explodiert, in Fukushima kam es nach einem Erdbeben und einem Tsunami in drei Atomreaktoren zu Kernschmelzen. Beide Ereignisse gelten als die schwersten Katastrophen in der Geschichte der Kernkraftnutzung. An den Aktionswochen nehmen den Angaben zufolge 15 Länder und bundesweit rund 50 Trägerkreise teil.

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Verfasser: Evangelischer Pressedienst