Propstei Braunschweig
22.02.20

Hinauf nach Jerusalem

„Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, „und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn“. Mit dieser geheimnisvollen Ankündigung gehen wir an diesem Sonntag in den Gottesdiensten als Wochenspruch auf die Passionszeit zu. Eine geheimnisvolle Ankündigung aus dem Lukasevangelium, die die Jünger in ihrer ganzen Tragweite wahrscheinlich nicht verstehen, nicht verstehen konnten.

Es ist ein besonderer Weg, der Jesus nach Jerusalem führt. Er endet mit seinem Tod am Kreuz. Aber dieser Tod ist nur das Ende eines Lebens. Aus ihm entsteht ein Neubeginn, und das hat Bedeutung für alle Menschen. Ob wir das in seiner ganzen Tragweite heute verstehen?

Der Weg nach Jerusalem fällt Jesus nicht leicht. Und auch für seine Freundinnen und Freunde stellen sich Fragen: Wer von ihnen will begleiten und sich der Gefahr aussetzen, der sich Jesus stellt? Aber stehen bleiben und Jesus allein lassen, das wollen sie auch nicht.

Jedes Jahr wieder machen wir uns mit Jesus und den Seinen in den sieben Wochen vor  Ostern auf den Weg, gehen auch wir mit Jesus hinauf nach Jerusalem. Am Ende führt uns dieser Weg an den Ort, wo unsere Not vergeht, an das Kreuz auf Golgatha. Das Symbol des Todes wird durch die Auferstehung zum Baum des Lebens. Ein Ort, der uns Freiheit schenkt und Zukunft, unsere Füße auf weiten Raum stellt und Vertrauen in Gott und in uns stärkt.

Der Weg Jesu zeigt die  Liebe Gottes zu uns. Er hat unsere Angst ertragen, unsere Not ertragen. Auf geheimnisvolle Weise ist er gestorben, damit wir leben können. Dankbar, behutsam und ohne Pessimismus können wir diesem Geheimnis in den nächsten sieben Wochen wieder miteinander in unseren Gemeinden, Gottesdiensten,  Musiken und Passionsandachten auf der Spur sein.  

Verfasser: Jens Paret, Pfarrer an St. Johannes