Propstei Braunschweig
23.04.20

Diskussion über Gottesdienste

Niedersächsische Kirchen bitten Landesregierung um baldigen Neustart

Siebenarmiger Leuchter im Braunschweiger Dom. Foto: Agentur Hübner

Hannover (epd). Die Kirchen in Niedersachsen hoffen auf einen Neubeginn für Gottesdienste ab dem 10. Mai. "Wir bitten darum, sobald wie möglich wieder stufenweise Andachten und Gottesdienste in unterschiedlicher Form anbieten zu können", schreiben die evangelischen und katholischen Bischöfe in einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Im Zusammenhang mit den bereits in anderen Bereichen vollzogenen Lockerungen, hielten sie dies für verantwortbar.

Noch liefen Gespräche sowie Abstimmungen zwischen Bund und Ländern, darum sei ein Neustart vor dem 10. Mai nicht realistisch, sagte der Sprecher der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Benjamin Simon-Hinkelmann, am 23. April dem epd. Die Kirchen arbeiteten bereits an Schutzkonzepten und den nötigen Hygienemaßnahmen. "Es werden keine normalen Gottesdienste sein. Es gibt weiterhin Beschränkungen."

In ihrem Brief an Weil und weitere Minister betonen die Konföderation und das Katholische Büro Niedersachsen: "Gottesdienste sind essenzieller Ausdruck persönlicher Spiritualität und kirchlicher Gemeinschaft; sie bieten Raum für Fragen des Lebens, der Vergewisserung und Hoffnung." Die Kirchen werben dafür, dass auch Trauerfeiern wieder in geeigneten Kapellen stattfinden sollten und Trauungen, Taufen, Firmungen oder Konfirmationen möglich sein sollten.

Angehörige sollten wieder die Möglichkeiten zum Kontakt mit Menschen in Heimen für Pflegebedürftige oder Menschen mit Behinderungen erhalten, bitten sie in dem stellvertretend vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister und dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode unterschriebenen Brief. "Wir regen an, seitens der Landesregierung eine Arbeitsgruppe einzurichten, mit Frauen und Männern aus den Bereichen Medizin, Pflege, Diakonie und Caritas, die ethische und operative Fragen erörtert, wie in Corona-Zeiten mit alten, pflegebedürftigen und chronisch kranken Menschen umgegangen werden kann."

Verfasser: Michael Strauss