Propstei Braunschweig
17.06.20

Neues Spendenregal “Lebensmittelpunkt”

Es können Lebensmittel, Hygieneartikel, Tiernahrung und Bekleidung vorbeigebracht und von Bedürftigen abgeholt werden

Der Gabenzaun in der Braunschweiger Innenstadt ist umgezogen: vom Karstadt-Rondell zwei Gehminuten zu Fuß an die Westfassade des Theologischen Zentrums in der Schützenstraße! Nachdem der etablierte und erfolgreiche Gabenzaun am Rondell geräumt werden musste, war schnell klar, dass schnellstmöglich ein alternativer Ort gefunden werden muss. Innerhalb von 24 Stunden entstand das erste Konzept für den neuen Gabenzaun mit dem neuen Namen  "Lebensmittelpunkt" als Kooperationsprojekt vom schrill e.V. und dem Theologischen Zentrum, mit Unterstützung der Stadt Braunschweig und Alba.

Um ein langlebiges Ergebnis zu erzielen hat die Planung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen: hochwertiges Holz, ansprechende Gestaltung und zusätzliche Funktionen wurden integriert. Vergangenen Freitag ist der erste Abschnitt des neuen Spendenregals “Lebensmittelpunkt” entstanden. Ab sofort können, wie zuvor am Gabenzaun, Lebensmittel, Hygieneartikel, Tiernahrung und Bekleidung vorbeigebracht und von Bedürftigen abgeholt werden.
Denn auch wenn für einige von uns ein Großteil der Normalität zurückgekehrt ist: Existenzielle Not ist und bleibt eine Herausforderung. Neben der steigenden Zahl an Wohnungslosen gibt es viele, die ihre Arbeit eingeschränkt oder gar nicht verrichten können, denen nun Einnahmen für die Grundversorgung fehlen. Und dies ist natürlich nicht nur auf die Zeit und die Folgen der Pandemie bezogen, es braucht generell Wege mit Menschen in Notlagen umzugehen, sowohl
für die Bedürftigen als auch die Unterstützenden. Eine wichtige Rolle sollte hier natürlich der Staat spielen, denn Spenden oder Hilfe annehmen ist mit einem Stigma verbunden, welches bei vielen Menschen Scham auslöst. Der Lebensmittelpunkt soll daher kein Ort der reinen Wohltätigkeit sein, weswegen das schrill sich bei der Namensgebung auch nicht des Begriffs „Gabenzaun“ bedient. Vielmehr soll es ein Ort der Solidarität und des Hinsehens werden, an dem sowohl Spender*innen als auch Abholer*innen Bedürfnisse, Anliegen sowie Kritik äußern können.
Der Stadtraum an sich ist ein niedrigschwelliger Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Wie bei all unseren Projekten ist es dem schrill wichtig, Bürger*innen zu aktivieren sich im Stadtraum einzubringen um eine integrative Stadtgestaltung zu fördern, frei nach dem Motto: Stadt für alle!
Was fehlt, sind im Moment noch engagierte Helfer*innen, die Lust haben, sich gemeinsam mit schrillos und anderen Bürger*innen um die Betreuung und des Lebensmittelpunkts zu kümmern.
Interessierte können sich unter schrill.braunschweig(at)gmail(~dot~)com melden. Weitere Info unter www.schrill.eu




 
 

 

 

Verfasser: Hannah Hemsing, schrill Team TU BS Stute for S