Propstei Braunschweig
01.08.20

Gedanken zum Monatsspruch August 2020 – Innehalten, dankbar sein…

Psalm 139,14

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“      

August … Ferienzeit! Zumindest in Niedersachsen sind fast den ganzen Monat die Schulen geschlossen. Da unterbreche ich den Alltag, habe vielleicht die Möglichkeit Urlaub zu machen, inne zu halten und meine Umwelt bewusster wahrzunehmen als in der Hektik des Alltags. Vielleicht stehe ich an der Küste am Meer, vielleicht bin ich in den Bergen, vielleicht zuhause in Braunschweig schlendere entspannt durch die Stadt, bestaune den Lichtparcours an der Oker oder liege in einem der Parks im Schatten. Ich sehe die mich umgebende Natur, schaue in den weiten Himmel und ich denke „wunderbar sind deine Werke“, Gott!
Ich bin dankbar für das, was mich umgibt, für das, was mir Gutes widerfährt. Bin dankbar für alles Schöne und Große. Da kann ich gut mitgehen in meiner Dankbarkeit!
Auch für vieles Kleine, für das was ich sonst manchmal gar nicht so wahrnehme, will ich gerne dankbar sein. Für das tägliche Brot, für eine freundliche Geste, für ein lächelndes Gesicht, für eine hilfreiche Auskunft.
Aber Dank dafür, „dass ich wunderbar gemacht bin“?! – Das fällt mir schwer. Das hört sich so nach Eigenlob und Überheblichkeit an; ein wenig selbstverliebt. Das will ich eigentlich nicht sein. Außerdem kenne ich ja durchaus auch meine Schwächen. Ich weiß doch: Ich bin nicht perfekt. Ich habe Fehler.
Und doch: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin!“
Wunderbar GEMACHT!
Nicht aus mir selbst heraus bin ich wunderbar. Nicht aus eigener Größe und Stärke, sondern ich werde wunderbar im Gegenüber zu Gott. Weil ich gewollt bin, so wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten, weil ich einzigartig geschaffen und ins Leben gerufen bin durch Gott, deshalb bin ich wunderbar.
Und wenn mir das bewusst wird – jetzt am Strand oder auf dem Berg oder beim Bummeln zuhause durch unsere Stadt, dann mag ich mich über mich selber freuen. Dann mag ich für mein Sein dankbar sein. Dann mag ich an mir und in mir Wunderbares erkennen, das mir von Gott geschenkt worden. Und ich mag mit einstimmen in die Worte des 139. Psalms:
„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“        

                       
 

 

Verfasser: Lars Dedekind, Propst