Propstei Braunschweig
25.07.20

Uns geht eher um die Vermittlung von Werten

Tim Klabunde und Michel Kamphenkel engagieren sich in der kirchlichen Jugendarbeit von Löw+

Kirche, Religion, Glaube – eigentlich hatte Tim Klabunde damit zunächst nichts am Hut. Klar, er wollte sich konfirmieren lassen, schließlich erwartete ihn am Ende der Konfirmandenzeit eine schöne Feier. Doch als er mit mehr als 100 Jugendlichen eine mehrtägige Freizeit auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog verbrachte, wollte auch er künftig als Teamer bei kirchlichen Angeboten dabei sein. „Religiös gesehen hat mich die Konfa-Zeit sehr inspiriert“, sagt der 17-Jährige, der derzeit die elfte Klasse besucht. Er schwärmt von der tollen Gemeinschaft auf der Nordseeinsel, vom gemeinsamen Singen, den Glaubenserfahrungen, aber auch von der Stille, von den Dünen und dem Strand. Jetzt gehört er ebenso wie Michel Kamphenkel zum Kreis von rund 40 Ehrenamtlichen, die Angebote für Kinder und Jugendliche in den Kirchengemeinden Lamme, Ölper, Wichern und der Kreuzgemeinde betreuen, kurz in Löw+. Die Ehrenamtlichen begleiten den Konfirmandenunterricht, organisieren Freizeiten, gestalten Jugendandachten und Kinderbibeltage, spielen, kochen und singen, stellen Ideen gegen Corona-Langweile ins Netz, betreiben einen Blog zu Zeiten von Covid 19 und vieles mehr.
Michel Kamphenkel hat ebenfalls durch seine Konfirmandenfreizeit zu den Teamern von Löw+ gefunden – auch wenn es damals nicht ans Meer ging, sondern nach Clausthal-Zellerfeld im Harz. Mittlerweile ist Michel Kamphenkel seit acht Jahren dabei und gehört mit seinen 22 Jahren zu den Ältesten in der Runde. In seinem Bekanntenkreis trifft sein kirchliches Engagement auf ein unterschiedliches Echo. „Manche sagen, cool, dass Du Dich engagierst, andere machen blöde Sprüche“, erzählt der junge Mann, der gerade eine Ausbildung zum Elektroniker absolviert. Kirche gelte bei manchen als veraltet. Dagegen muss sich Tim Klabunde keine dummen Sprüche anhören: Die Hälfte seiner Klassenkameraden hat den Konfirmandenunterricht besucht und die meisten gehören jetzt zum Kreis der Teamer.
Ihn fasziniert vor allem, dass hier ganz unterschiedliche Jugendliche zusammenkommen und dass es in den Seminaren um Fragen geht, die sonst nicht Thema sind, etwa um Tod, Sterben und das ewige Leben. „Das ist total spannend“, sagt der 17-Jährige. Auch Michel Kamphenkel schätzt die Auseinandersetzung über Fragen wie Glück und Hoffnung, Trauer und Trost: „Ich denke, dass es in unserer kirchlichen Arbeit weniger um die Bibel und den Glauben geht, sondern eher um die Vermittlung von Werten.“ Daher stehen in den wöchentlichen, eher kurz gehaltenen Jugendandachten auch die Dinge im Mittelpunkt, die Heranwachsende interessieren: Freundschaft, Liebe, Stress in der Schule. Verbesserungswünsche haben die beiden für die Arbeit der Teamer nicht. Es läuft. Und warum läuft es so gut? „Weil es Spaß macht“, lacht Tim.

 

Verfasser: Rosemarie Garbe