Propstei Braunschweig
15.08.20

„Man darf sich nicht verzetteln“

Rasmus Kamieth ist neuer Vorsitzender der evangelischen Jugendpropstei

Rasmus Kamieth macht sich in kirchlichen und städtischen Gremien für die Interessen von Kindern und Jugendlichen stark

Eine Mitarbeit in kirchlichen Gremien mit Protokollen, Einladungen, Satzungen, Fristen, langen Debatten – das klingt für viele Jugendliche wahrscheinlich nicht grade spannend. Rasmus Kamieth sieht das jedoch ganz anders und hat sich wählen lassen: zum Vorsitzenden des Vorstandes der evangelischen Jugendpropstei Braunschweig, dem wichtigsten Gremium der evangelischen Jugendarbeit in der Stadt. Der Vorstand bereitet die Propsteijugend-Versammlung vor, diese entsendet Delegierte in städtische und kirchliche Gremien, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertreten. „Ich mache das gern“, sagt der 21-Jährige, der als Veranstaltungstechniker im Staatstheater arbeitet. „Man darf sich nur nicht verzetteln.“
Gemeinsam mit seinen sechs Mitstreitern versucht er, die Sitzungen so zu gestalten, dass sie nicht zu förmlich und zu trocken sind. So wird zum Einstieg gespielt, ein Musik-Workshop kann das Treffen bereichern oder ein toller thematischer Impuls. Denn das Mitwirken im Vorstand der evangelischen Jugend kann durchaus den Horizont erweitern. „Es ist schön, wenn man über den Tellerrand blickt und Leute aus der ganzen Propstei trifft“, sagt der junge Mann aus der St. Georg-Gemeinde im Siegfriedviertel. Immer wieder geht es um aktuelle Themen, etwa um die Rassismus-Debatte, den Klimaschutz oder um Herausforderungen in Fragen der Nachhaltigkeit. Dabei möchte Rasmus Kamieth möglichst viele Jugendliche mit einbeziehen und das ansprechen, was diesen unter den Nägeln brennen: „Die Jugend soll ein Sprachrohr bekommen.“ Begleitet wird die Arbeit des Vorstands vom Stadtjugendring und dessen geschäftsführender Diakonin Henrike Bötel-Hiskia.
Immer wieder geht es um die Frage, wie es mit der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit weitergehen soll, wie mehr Heranwachsende erreicht werden und die Angebote attraktiver werden können. „Wir müssen mit der Zeit gehen und moderner werden“, fordert Kamieth und hatte für diesen Sommer bereits tolle Pläne geschmiedet: statt der üblichen Party sollte für einen Tag ein Freibad gemietet werden, auch ein Besuch in einem Escape-Room war angedacht – doch dann kam die Corana-Krise dazwischen.
Für den 21-Jährigen bleibt die Attraktivität kirchlicher Gruppen mit ihren Workshops, mit Spielen, Filmeabenden und Kreativangeboten indes bestehen. Hier wird Gemeinschaft groß geschrieben, es entstehen Freundschaften und es gibt Raum für Gespräche, die vielerorts so nicht möglich sind, etwa über Fragen des christlichen Glaubens. Rasmus Kamieth hat viele positive Erfahrungen in der Kirche gemacht – und die möchte er auch anderen ermöglichen. 

Info
Die nächste öffentliche Sitzung der Propstei Jugend findet am Montag, 14. September, um 18 Uhr in St. Georg, Donnerburgweg, statt.
Wer sich für die Arbeit der Propstei Jugend informieren will, findet aktuelle Informationen im Instagram-Account unter oder unter www.staju.de

 

Verfasser: Rosemarie Garbe