Propstei Braunschweig
22.08.20

Die liebevolle Umarmung fehlt

Corona-Krise schränkt Angebote für Ferienkinder ein/ Fantasie und gute Ideen sind gefragt

Selbstverständlich mit Maske: Bärbel Nitzsche beim Spielen mit Ferienkindern in der KoGS Isoldestraße.

Die Ferien-Betreuung von Kindern in der Corona-Krise ist eine besondere Herausforderung: keine Tagesausflüge, keine Bus- oder Bahnfahrten, kein gemeinsames Singen und kein Abschlussfest mit Eltern – da sind Fantasie und viele gute Ideen gefragt, vor allem, wenn die Kinder wie an der KoGS Isoldestraße vom ersten bis zum letzten Ferientag gut und verlässlich aufgehoben sein sollen und es nicht einen einzigen Schließtag gibt. Richtig planen konnten die Erzieherinnen die Zeit nicht, denn bis kurz vor den Ferien war unklar, ob es wegen der Corona-Krise überhaupt eine Ferienbetreuung geben wird. „Bis zur letzten Sekunde waren wir unsicher“, sagt Teamleiterin Bärbel Nitzsche, die im Auftrag der Propstei nicht nur die Ferien-, sondern auch den Nachmittagsbereich organisiert, gemeinsam mit zwei weiteren Trägern, dem Nachbarschaftsladen und dem Kinder- und Jugendzentrum Selam.
An diesem heißen Sommertag sind die Kinder im Gruppenraum geblieben. Einige spielen „Geister, Geister, Schatzsuchmeister“, andere haben aus Legosteinen Kreisel gebastelt, sogenannte Beyblades, ein paar Mädchen haben es sich auf einer Matte gemütlich gemacht. Dass sie in der Gruppe Abstand halten müssen, sei kein Thema, sagt Bärbel Nitzsche: „Sie haben damit weniger Probleme als wir.“ In den Gängen tragen die Kinder Maske, Hände waschen ist selbstverständlich. Doch vielen fehle eine liebevolle Umarmung. „Ich würde Dich so gern drücken“, hört Bärbel Nitzsche immer wieder. Und auch die Erzieherin vermisst die Zuwendungen.
Trotz aller Einschränkungen versucht das Betreuungsteam möglichst viele Angebote zu machen, die zu Fuß zu erreichen sind: Steine und Gräsern sammeln am Dowesee, einen Ausflug in den Botanischen Garten, eine Schatzsuche am Ölper See. Besonders beliebt: Wasserspiele auf dem Schulhof. Im Gruppenraum wird gewebt und gebatikt, die Kinder säen Kresse aus, spielen Naturbingo oder basteln Armbänder und Perlentiere.  
Dass in den Ferien auch Unterrichtsstoff für die Schule nachgeholt wird, schließt Bärbel Nitzsche kategorisch aus. „Wir lernen hier schließlich jeden Tag.“ Ihr Ziel ist es, die Kinder spielerisch zu fördern ohne zu pauken. Besonders wichtig ist der herzlichen und offenen Frau, dass sie möglichst alle Fragen der Kinder beantwortet. Und ganz nebenbei wird doch ein wenig gelernt: So lesen die Kinder beim Besuch von Museen Infotafeln, zählen im Spiel, beim Einüben eines Theaterstücks muss jeder laut und deutlich sprechen. Beim gemeinsamen Essen wird der Gebrauch von Messer und Gabel geübt, beim Basteln der Einsatz einer Schere und beim Anziehen der Schuhe das Binden einer Schleife. Auch das gehört für Bärbel Nitzsche zur Ferienbetreuung dazu.

Info
Nach den Sommerferien ist der Nachmittagsbereich an der KoGS Isoldestraße  voraussichtlich wieder für alle Kinder geöffnet. Für die Schulanfänger wird am Freitag, 28. August, ab 16.30 Uhr ein Gottesdienst in der St.Georg Kirche gemeinsam mit Pfarrerin Birgitt Adolph gefeiert. Anmeldungen sind noch möglich.  

 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe