Propstei Braunschweig
05.09.20

"Ich bin nicht der typische Pädagoge"

Sozialarbeiter Michael Gerke verstärkt das Team im Jugendzentrum KIEZ

Der Job ist mega: Michael Gerke macht seine Arbeit als Sozialarbeiter viel Spaß.

Für viele Kinder im evangelischen Kinder- und Jugendzentrum Kiez ist der Sozialarbeiter Michael Gerke einfach nur Miguel. Das klingt nach Spanien  und Sonne und passt ganz hervorragend zu dem dunkelhaarigen jungen Mann mit den braunen Augen, der im Kiez zunächst sein Anerkennungsjahr als Sozialarbeiter absolviert hat und jetzt das bisher rein weibliche Team verstärkt. Miguel ist vor allem bei den Jungen beliebt, denn er bringt technische Fähigkeiten mit, die vom Mitarbeiter eines Jugendzentrums nicht unbedingt erwartet werden. Eine Festplatte beim Laptop wechseln, einen Imagefilm drehen, ein Schnittprogramm bedienen, Musik professionell aufnehmen -  für Michael Gerke ist das kein Problem. „Ich bin nicht der typische Pädagoge“, lacht der junge Mann, der gern Musik macht, mit Rappern zusammengearbeitet hat und für Musiker Alben gemischt hat. Sogar einen Musikpreis hat er schon bekommen.
Dass er an der Ostfalia soziale Arbeit studiert hat, sei eher Zufall gewesen. Doch für eine Tätigkeit im sozialen Bereich bringe er zwei entscheidende Voraussetzungen mit: „Ich kann gut zuhören und mit mir kann man reden.“  Das habe sich auch bei einem Praktikum bei einer Reha-Einrichtung in Königslutter gezeigt. Von seiner jetzigen Tätigkeit ist der Sozialarbeiter trotz der unregelmäßigen Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende begeistert: „Der Job an sich ist mega.“ Dass er dabei auch mal für die Ferienkinder am Herd stehen muss, sei kein Problem, nur das Basteln, so sagt er ganz ehrlich, „ist nicht so mein Ding.“ Dafür machen ihm die Gitarrenstunden, die er Konfirmanden im östlichen Ringgebiet erteilt, umso mehr Freude. „Es hat sich rumgesprochen, dass ich die Kurse gebe“, sagt Michael Gerke nicht ohne Stolz. Maximal fünf Konfirmanden unterrichtet er in einer Gruppe, sie lernen Noten und nach drei Monaten können die meisten die ersten Akkorde spielen.    
Im Jugendzentrum Kiez wird Michael Gerke Ansprechpartner und Koordinator des neuen Talk-Formats der roten Kirchenbank sein, bei dem Jugendliche mit Vertretern ganz unterschiedlicher Berufsgruppen sprechen wollen, mit Landwirten, Richtern, Vertretern von Parteien und anderen. Die möglichst professionell produzierten Beiträge sollen in regelmäßigen Abständen auf Youtube veröffentlicht werden. In einem Workshop wollen Experten von der Ostfalia vorab Kenntnisse in Moderation, in Film-, Ton-, Licht- und Schnitttechnik vermitteln. Michael Gerke wird bei diesem Vorhaben der Propstei die Fäden in der Hand halten und freut sich auf die neue  Herausforderung: „Das wird ein sehr cooles Projekt.“   


Info:
Mit Beginn der Schulzeit ist das Jugendzentrum KIEZ, Herzogin-Elisabeth-Straße 80a, wieder montags bis freitags von 13 bis 20 Uhr geöffnet.  
Am Sonntag, 20. September, findet dort von 11 bis 15.30 Uhr ein „Flohmarkt rund ums Kind“ statt.

Verfasser: Rosemarie Garbe