Propstei Braunschweig
07.09.20

Kirche auf Zukunft ausrichten

Landessynode diskutiert über Strategien für die künftige Arbeit

Foto: Agentur Hübner

Wolfenbüttel (epd). Angesichts rückläufiger Kirchenmitgliederzahlen hat das Kirchenparlament der braunschweigischen Landeskirche am 5. September über Zukunftsperspektiven beraten. Bis 2030 rechne die Landeskirche mit einem Mitgliederrückgang von bis zu 25 Prozent, sagte Landesbischof Christoph Meyns vor der Landessynode in Wolfenbüttel. Vor diesem Hintergrund sei eine inhaltliche Neuausrichtung der kirchlichen Arbeit notwendig.

Es gehe darum, die Faktoren der Stabilität und der Vitalität des kirchlichen Leben zu erkunden, sagte Meyns. "Bei allem was wir tun, müssen wir den Marathonlauf und nicht den Sprint im Blick haben." Die Beratungen über den sogenannten strategischen Zukunftsprozess will die Synode auf ihrer Tagung im November fortsetzen.

Der Synodale Henning Böger sagte, es müsse auch über den Gemeindebegriff und die Erwartungen an die kirchlichen Berufsgruppen diskutiert werden. Der Synodale Kay Florysiak forderte eine intensive Beteiligung der Landessynode am Zukunftsprozess. Dazu gehöre auch, etablierte Strukturen zu hinterfragen. "Wir wünschen uns Mut, über die Kirche nachzudenken."

Intensiv diskutierte die Synode über die Pläne der Landeskirche, den Gebäudebestand in den kommenden Jahren auf den Prüfstand zu stellen. Eventuell könnten Gemeinderäume in Kirchen eingebaut oder Gebäude aufgegeben werden, sagte Oberlandeskirchenrat Jörg Mayer. Insgesamt zählen zur Landeskirche rund 1.400 Gebäude, davon sind 430 Kirchengebäude, 175 Pfarrhäuser und 184 Gemeindehäuser. Hinzu kommen weitere Gebäude wie Diakoniestationen oder Kindergärten.

In der Landeskirche gebe es eine extrem hohe Dichte an kirchlichen Gebäuden, was im Positiven bedeute, dass die Kirche in der Fläche präsent sei, sagte Mayer. Aber Gemeinden, die mit der Finanzierung von Immobilien überfordert seien, müssten entlastet werden. Die Landessynode stimmte den Plänen der Landeskirche zu. Sie will die Kirchengemeinden und Propsteien unter anderem mit Beratung bei dem Prozess unterstützen.

Der Synodale Andreas Riekeberg regte an, die Beratungen erst zu beginnen, wenn das Gemeindeleben nach Corona wieder normal stattfinde. "Viele Gemeinden und Kirchenvorstände befinden sich meiner Wahrnehmung nach gerade in einer Corona-Depression."

Verfasser: Michael Strauss