Propstei Braunschweig
10.10.20

Auszeichnung als Ansporn für neue Ideen

Ressourcen schonen: St. Thomas in Volksmarode als „Faire Gemeinde“ zertifiziert

Ausgezeichnet: Cornelia Pannach (links) mit der Plakette „Faire Gemeinde“, Jakob Meyer überreicht das Zertifikat an Pfarrerin Stéphanie Gupta.

Wenn es um faires und nachhaltiges Handeln geht, hat die Kirchengemeinde St. Thomas in Volksmarode schon viel erreicht. Jetzt wurde sie mit dem Zertifikat „Faire Gemeinde“ ausgezeichnet und darf sich ebenso wie bereits vier weitere Gemeinden in Braunschweig über eine Auszeichnung freuen, die gleichzeitig Ansporn für weitere Schritte ist. „Zu unserem großen Erstaunen waren wir schon lange gut unterwegs und sind längst eine faire Gemeinde“, stellte Pfarrerin Stéphanie Gupta bei der Überreichung von Urkunde und Plakette fest. Das Projekt „Faire Gemeinde“ wurde von der Landeskirche Braunschweig angestoßen in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Kinder- und Jugendarbeit, der Evangelischen Erwachsenenbildung und der Aktion Brot für die Welt. „Ziel ist es, Gemeinden zu finden, die sich verpflichten, bewusst einzukaufen und Ressourcen zu schonen“, sagt Jakob Meyer, der das Vorhaben drei Jahre lang mit einer Teilzeit-Stelle betreut.

Nach einem vielsprechenden Start im vergangenen Jahr hat die Corona-Krise den jungen Mann allerdings ausgebremst. Die geplanten Seminare konnten nicht stattfinden, persönliche Gespräche waren nur eingeschränkt möglich. Stattdessen musste er Online-Seminare organisieren und viele E-Mails schreiben. Doch Meyer ist zuversichtlich: „Ich bleibe am Ball, auch wenn alles etwas schwieriger geworden ist.“

Das Engagement der Kirchengemeinde in Volkmarode hat die derzeitige Krise anscheinend nicht beeinträchtigt. Interessierte hatten sich vor der Corona-Krise von Meyer zu Multiplikatoren in Sachen „Faire Gemeinde“ fortbilden lassen, Ideen entwickelt und Netzwerke geknüpft. Im Gemeindeblatt wurde in einer langen Liste all‘ das aufgezählt, das bereits erreicht wurde, von der energetischen Sanierung eines Teils des Gemeindehauses bis zum naturnahen Gärtnern. Fast genauso lang ist die Liste der Vorhaben, die noch verwirklicht werden soll.  Beispielsweise sollen die vielen Grünflächen insekten- und umweltfreundlich bewirtschaftet und der Verbrauch von Papier, Verpackungen und Bastelartikeln weiter eingeschränkt werden, bei einem Mostfest im nächsten Jahr sollen Äpfel zu Saft zu verarbeitet werden, Kaffee- und Tee-Verkostungen sind geplant. Ein weiteres spannendes Thema: eine Beteiligung an der Handyaktion Niedersachsen, deren Ziel es ist, alte Handys nicht einfach wegzuwerfen.

„Wichtig ist es, die Gemeinde miteinzubeziehen und für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Kirchenvorstands-Mitglied Cornelia Pannach. „Wir müssen schließlich etwas tun.“ Vor allem die Jugend fordere ein Umdenken. Daher wurde auch die „AG FAIR“ gegründet, bei jeder und jede Ideen einbringen kann, um die Gemeinde St. Thomas noch etwas fairer zu machen.

 

Info:

Auf der Website www.fairegemeinde-lkbs.de finden sich viele Informationen über das Projekt „Faire Gemeinde“ und die Kriterien, die Voraussetzung für eine Zertifizierung sind.

Bei einem Jugend-Gottesdienst in der Kirche St. Thomas am Sonntag, 25. Oktober, um 17 Uhr geht es um das Thema Faire Gemeinde.

Verfasser: Rosemarie Garbe