Propstei Braunschweig
29.10.20

Gedenken an die Reformation

Welche Hintergründe hat der arbeitsfreie Feiertag am 31. Oktober?

Erklär-Video zum Reformationstag. Foto: ekn

Braunschweig/Wolfenbüttel (epd). Am 31. Oktober erinnern evangelische Christen in aller Welt an die Reformation vor rund 500 Jahren. Die vom damaligen Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) um den 31. Oktober 1517 von Wittenberg aus verbreiteten 95 Thesen gegen kirchliche Missstände wurden zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Während der Gedenktag früher zur Abgrenzung der Protestanten gegenüber katholischen Christen genutzt wurde, wird er inzwischen im Geist der Ökumene gefeiert. In diesem Jahr müssen Gottesdienste zum Reformationstag wegen der Corona-Pandemie unter strengen Auflagen stattfinden.

Erst 150 Jahre nach der Reformation wurde der 31. Oktober zum Gedenktag. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte den Tag im Jahr 1667 fest. Nach den Reformationsjubiläen 1717 und 1817 etablierte sich das Reformationsfest weiter. Der Gedenktag wird als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung verstanden. Luther und andere Theologen wollten die Kirche zum geistigen Ursprung der Botschaft des Evangeliums zurückführen. Die von ihnen geforderten Reformen führten nicht nur zur Gründung evangelischer Kirchen, auch die römisch-katholische Kirche hat sich seitdem grundlegend verändert.

Der Reformationstag ist in den östlichen Bundesländern - außer Berlin - gesetzlicher Feiertag. 2018 haben Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein den Reformationstag zu einem neuen gesetzlichen Feiertag erklärt. Damit ist in neun Bundesländern dieser Tag arbeitsfrei.

Erklär-Video zum Reformationstag

Verfasser: Michael Strauss