Propstei Braunschweig
02.01.21

Weihnachten nicht abhaken

„Ist Neujahr eigentlich auch ein christliches Fest? Ich dachte, das Jahr hat schon am ersten Advent angefangen!“ fragt mich neulich eine Konfirmandin. Gut aufgepasst, habe ich gedacht! Wer weiß das schon, dass der erste Advent der Beginn des christlichen Kirchenjahres ist. Und: Nein, auch wenn es mancherorts Gottesdienste gibt zum Neujahrstag, ist es doch kein christliches Fest.


Doch dann stutze ich: War da nicht noch etwas am ersten Januar? Natürlich: Jesus bekommt den Namen Jesus. „Als acht Tage um waren und er beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus“ heißt es in der Bibel. Das weiß nun allerdings selbst die aufmerksamste Konfirmandin eher nicht. Dabei ist es doch interessant, dass das Jahr nach dem ersten Advent und dann mit der Geburt an Weinachten gewissermaßen an Neujahr mit der Namensgebung Jesu noch ein drittes Mal beginnt.


Eine schöne Erinnerung daran, dass es nicht gut ist, Weihnachten allzu schnell abzuhaken und spätestens nach diesem Wochenende wieder im Alltag anzukommen. All die weihnachtlichen Rufe: Fürchtet Euch nicht! Friede auf Erden! Euch ist der Heiland geboren! … auch wenn sie dieses Mal ein wenig verhalten und gedämpft klangen, waren sie doch zu hören und sind gerade so nötig und wichtig wie selten.


Nun also die Namensgebung Jesu am ersten Januar. So wie alle Eltern haben auch Maria und Joseph sich viel Mühe mit der Auswahl dieses Namens gegeben: Jesus – Jehoschua – „Gott ist Hilfe“. Und der so Genannte hat sich alle Mühe gegeben, diese Gotteshilfe unter den Menschen zu leben und wahr zu machen. Weihnachten erinnern wir uns kurz daran. Wäre doch schön, wenn es noch ein wenig weiterginge mit diesem Jesus, mit dieser Gotteshilfe in 2021.


Zurück also zur Frage der Konfirmandin: Ist Neujahr ein christliches Fest? Mehr als wir denken, nämlich das Namensfest Jesu: Gott ist Hilfe!
In diesem Sinne allen ein gesegnetes Neues Jahr!

 

Verfasser: Pfarrerin Sabine Wittekopf