Propstei Braunschweig
13.02.21

Wohlsein, Geliebte!

Spezielles Wochenende, das mir zugefallen ist, um hier wieder zu schreiben.
Valentin, Karneval, runder Geburtstag mitten im Lock- und Flockdown. Rien ne va plus.


Normalerweise feiert der Karneval noch einmal das Leben in und mit dem Fleisch, bevor Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Normalerweise ist mir Geburtstag nicht so wichtig.
Valentinstag – erst recht egal,

obschon, das wär ja wenigstens legal.
Wenn Liebende einander schenken
und sich dabei auf Zwei beschränken.
Gemeinsam ist Karneval und Valentin die Lateinische Silbe „val“ vom Verb valere. „Vale“ sagten die Lateiner zum Gruß, was meist mit „Leb wohl“ übersetzt wird. Weitere Bedeutungen sind: Kraft, Wert, Gesundheit, Wohlergehen, rundum Wohlsein.
Was mehr könnte man wollen?


Leider sind diese Zustände, sowie das gesamte Dasein, sehr fragil und längst nicht Allen vergönnt. Auch sind Reichtum und Gesundheit toll, aber keine Garantie dafür, dass jemand wirklich in Frieden mit sich und der Welt leben kann.


Johannes fügt in seinem 3. neutestamentlichen Brief eine andere Dimension hinzu.
„Geliebter, ich wünsche, dass es dir in allem wohlgeht und du gesund bist, gleichwie es deiner Seele wohlgeht.“
Seelenwohl oder Seelenheil kann auch in sehr widrigen Bedingungen erfahrbar sein.
Eindrucksvolles Beispiel dessen liefert die englische Hymne „It is well with my Soul“, die Horatio  Spafford 1873 schrieb, nachdem er sein Vermögen verlor und seine 4 Kinder ertranken.
Ist solch ein Glaube nur Trostpflaster und Illusion?


Nun, mich macht er fähig, trotz meiner Widrigkeiten am Wochenende von Geburtstag, Karneval und Valentin dankbar zu bleiben und zu sagen:
Hallelujah und Brunswiek Helau – Lebe die Liebe und liebe das Leben!

 

Verfasser: Pfarrerin Sandra König