Propstei Braunschweig
12.04.21

Unechte Konfirmation?

Ist eine Corona-Konfirmation eine echte Konfirmation? fragte mich neulich eine Konfirmandin. Ich höre darin die berechtigten Sorgen dieser Tage und Wochen: Was macht Corona aus unserem Leben und Alltag und: aus unseren Seelen?

Wieder werden Kirchengemeinden bei Konfirmation, Taufe oder Firmung kreativ mit verschiedensten Formaten für den religiösen Schritt ins Erwachsenenalter: Online-Segnungen oder Verschieben auf den Herbst, wenn hoffentlich alle geimpft sind. Paten übernehmen das Handauflegen oder die Pfarrerin spricht den Segen mit Abstand und Maske.

Ich verstehe die Sorge der Konfirmandin: Sind das echte Konfirmationen? Gegenfrage: Was macht eine echte Konfirmation aus? Der Segen, die Musik, die Familienfeier? Der schicke Anzug, das gemeinsam gesprochenen Vater Unser, das gelungene Foto? Geschenke, ein auswendig gelerntes Glaubensbekenntnis, ein festlich geschmückter Altar?

Die Antworten sind so vielfältig, dass ich sicher bin: Wenn in diesen Wochen nach Ostern Konfirmationen oder Taufen gefeiert werden, in welcher aha-gerechten Form auch immer, dann steht eines außer Zweifel, nämlich dass sie „echt“ sind.

Jugendliche entscheiden sich, ihre Taufe zu bestätigen. Aus meiner Erfahrung tun sie das mit einer großen und ehrlichen Ernsthaftigkeit und mit hohen Ansprüchen an sich selbst, an ihre Familien und Gemeinden: Sie wollen als vollwertige Mitglieder der religiösen und kirchlichen Gemeinschaft wahr- und ernstgenommen werden. Vielleicht viel mehr noch als zu Zeiten, in denen Konfirmation oder Firmung ganz selbstverständlich und unhinterfragt dazugehörten. Die Konfirmation ist eine echte Glaubensentscheidung geworden, die Jugendliche für sich treffen, nicht selten gegen den Spott der Freundin oder das Unverständnis eines Elternteils.

Respekt, liebe Konfirmandin und lieber Konfirmand!
Deine Konfirmation ist in jedem Fall echt!

 

Verfasser: Pfarrerin Sabine Wittekopf