Propstei Braunschweig
17.05.21

Was seht Ihr hinauf zum Himmel?

Im Fantasy und Science Fiction Genre unserer Tage geht das. Mit hochentwickelter Technik oder Zauberkraft kann man durch Raum und Zeit reisen. Ähnlich könnte die sehr viel ältere Erzählung von Jesu Himmelfahrt klingen.
Und während sie noch hinsahen wurde Jesus emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie gespannt zum Himmel schauten, standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die sprachen: Was seht ihr hinauf zum Himmel?

Was siehst du, wenn du hinaufsiehst zum Himmel?
Blau, grau, Sonne, Wolken. Des Nachts den Mond und Millionen von Sternen.
Und was siehst du nicht?
Vermutlich keinen Jesus oder Engel in weißen Gewändern. Keinen Petrus vor dem Himmelstor und auch keine Leuchtschrift von Gott, auf der steht, „Hallo, hier bin ich“.

Ich sehe hinauf und da sind Millionen Fragezeichen.
Schaue ich hinein in etwas Ewig-Endloses?  
Sind wir die einzigen in dieser endlosen Weite? Gibt es Paralleluniversen?
Die Himmel verkünden Deine Herrlichkeit. Sagt der Psalmbeter.
Wenn ich den Himmel betrachte und das Werk deiner Hände - den Mond und die Sterne, die du gemacht hast - Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?
Was ist der Mensch, dass er Deiner gedenkt oder überhaupt denkt?
Ich sehe, wie klein ich bin. Wie wenig ich eigentlich weiß. Ich sehe die Größe dieser Dimensionen und kann sie nicht fassen.
Und während ich das sehe, bleibt es für mich wundersam, dass es uns überhaupt gibt. Inmitten explodierender Sonnen, schwarzer Löcher und dunkler Materie.
Und es verstärkt sich eine innere Gewissheit, dass dieses Wunder unserer Existenz eben nicht unbedeutend ist. Dass nicht nur ich sehe, sondern auch gesehen werde.
Die Himmel verkünden Deine Herrlichkeit.

 

Verfasser: Pfarrerin Sandra König