Propstei Braunschweig
29.05.21

Austausch ist wichtig – auch online

Letzte-Hilfe-Kurse des Zentrums Würde finden erstmals als Online-Konferenz statt

Die Kursleiterinnen Lone Dueholm-Jeschke (links) und Heike von Knobelsdorff sind mit dem Verlauf des ersten Online-Kurses zufrieden.

Ob Fortbildungen oder Seminare – die Corona-Krise zwingt auch die Veranstalter von Weiterbildungs-Kursen zum Einsatz neuer Techniken, von Telefonkonferenzen und Videochats. Doch lassen sich so sensible Themen wie Tod und Sterben online vermitteln? Das „Zentrum Würde“ am Marienstift hat den Versuch gewagt und jetzt erstmals „Letzte-Hilfe-Kurse“ in einer Online-Konferenz angeboten, um Teilnehmer zu befähigen, andere Menschen am Ende des Lebens zu begleiten. Mit dem Verlauf der Veranstaltung sind die ehrenamtlichen Kursleiterinnen Heike von Knobelsdorff und Lone Dueholm-Jeschke sehr zufrieden. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, betont Heike von Knobelsdorff. „Das hat sehr gut getan“, habe ihr eine Teilnehmerin gesagt. Und eine andere habe ergänzt: „Ich habe gemerkt, dass ich nicht allein bin.“


Denn der Bedarf an Informationen rund um Pflege und Betreuung ist groß. „Ich erlebe in der ambulanten Versorgung täglich, wie allein die Leute derzeit sind und wie sehr sie den Austausch brauchen – und wenn es nur online ist“, sagt Pflegedienstleiterin Heike von Knobelsdorff. Unterbrochen von Pausen ging es beim „Letzte-Hilfe-Kurs“ vier Stunden lang um Themen wie die Begleitung Sterbender, um das Dasein und Zuhören und um Denkanstöße, wie Schwerkranken auch ohne tiefergehendes medizinisches Wissen geholfen werden kann. Zur Sprache kamen Fragen der Vorsorge, etwa Patientenverfügungen und Vollmachten, weitere Schwerpunkte waren Pflege und das Lindern von Leiden, der Umgang mit dem Sterben als Teil des Lebens,  Abschiednehmen und Trauer. Den Schlusspunkt bildete die Frage, wie Hinterbliebene den Weg zurück ins Leben finden.


Die Kursleiterinnen zeigten auch einen kurzen Film über das Sterben, ein interaktives Video beschäftigte sich mit der Mundpflege. „Das war schon sehr kompakt“, sagt Lone Dueholm-Jeschke. Vermisst hat sie bei dem Online-Kurs jedoch den persönlichen Kontakt zu den acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Gestik und Mimik konnte sie auf ihrem kleinen Bildschirm schlecht wahrnehmen, mögliche Unsicherheiten kaum sehen. Auch die Pausengespräche unter vier Augen fehlten. „In Präsenzveranstaltungen lässt sich besser erkennen, wo die Menschen gerade stehen“, hat die Heilerzieherin festgestellt.


Für die nächsten Online-Kurse haben die Initiatoren – mit dabei ist auch die Diakonin Ruth Berger - schon Verbesserungen geplant, beispielsweise die Möglichkeit für Gespräche unter vier Augen. Nach Einschätzung von Lone Dueholm-Jeschke sollte das Angebot der Letzten-Hilfe-Kurse darüber hinaus für weitere Gruppen angeboten werden, etwa für behinderte Menschen oder für ältere Kinder, die für ihre schwerkranken Eltern da sind. Die Begleitung Schwerkranker kann schließlich für alle wichtig sein.

Info:
Das Zentrum Würde bietet ab Ende August wieder Letzte-Hilfe-Kurse im Online- und Präsenzformat an. Anmeldungen sind möglich unter Telefon 0531/7011 -371 oder 7011-409, per E-Mail unter end-lich.leben(at)marienstift-braunschweig(~dot~)de

 

 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe