Propstei Braunschweig
24.07.21

Jugendzentrum darf kein eigener Kosmos sein

Diakon Dieter Stadel übernimmt die Leitung des Kinder- und Jugendzentrums St. Magni

„Es ist wichtig, Gesicht zu zeigen“: Der Diakon Dieter Stadel möchte, dass das Kinder- und Jugendzentrum St. Magni in der Gemeinde künftig noch präsenter ist.

Als der Diakon Dieter Stadel im vergangenen Jahr seine neue Stelle in der braunschweigischen Landeskirche begann, sollte er die kirchliche Jugendarbeit genau unter die Lupe nehmen. Die Besonderheiten, die Zielgruppen, die Angebote in Jugendzentren und die Möglichkeiten, wie kirchliche Jugendarbeit intensiviert werden könnte. Anfang August ist damit Schluss und Stadel widmet sich wieder voll und ganz der praktischen Jugendarbeit: Er übernimmt nach dem Ausscheiden von Karin Henke die Leitung des Kinder- und Jugendzentrums St. Magni. Die gewonnenen Erkenntnisse will er bei seiner neuen Aufgabe berücksichtigen und umsetzen.


So hält er es für erforderlich, dass das Kinder- und Jugendzentrum noch mehr in der Gemeinde präsent ist, etwa bei Gemeindefesten, mit Angeboten für Konfirmanden oder mit Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren. „Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit“, sagt Stadel, „es ist wichtig, Gesicht zu zeigen.“ Das Zentrum müsse Teil der Gemeinde sein und kein eigener Kosmos. Daher wird es nach den Herbstferien am Donnerstag, dem wöchentlichen Markttag im Magniviertel, einen generationenübergreifenden Mittagstisch in dem Fachwerkhaus geben. „Hier sind alle willkommen, Kinder und Jugendliche, Touristen, Markt-Besucher, Menschen aus der Gemeinde“, sagt Stadel. Er denkt an eine lange Tafel, an der ein einfaches Gericht serviert wird, bei schönem Wetter auch draußen.
Doch bevor das Projekt mit dem Namen „Gemeinsinn@Magni“ starten kann, ist noch viel zu tun. Im Jugendzentrum müssen Wände herausgerissen werden, eine Hochebene und der enge Eingangsbereich sollen verschwinden, eine Tür soll den Zugang zum Garten ermöglichen und die Küche wird umgebaut. Mit dem Mittagstisch möchte der Diakon auch den bereits bestehenden Kontakt zur Realschule Georg-Eckert-Straße intensivieren. Er hofft, dass Schülerinnen und Schüler ebenfalls bei dem Projekt mitmachen, indem Sie den bereits bestehenden Schul-Kurs „Jugend engagiert sich“ besuchen. Einige Teilnehmer dieses Kurses sind in St. Magni bereits bekannt: Sie haben ältere Gemeindemitglieder mit handgeschriebenen Weihnachtskarten erfreut.


Mit gemeinsamen Freizeit-Aktivitäten will Stadel den Kontakt zu anderen Jugendzentren verbessern, etwa zum Kiez im östlichen Ringgebiet oder zum Jugendzentrum in Gliesmarode. Möglich wäre beispielsweise ein Open-Air-Kino. „Es ist wichtig, dass wir uns öffnen und über den Tellerrand gucken“, sagt Stadel. Ebenso wichtig ist es ihm zu wissen, was die Jugendlichen bewegt und was ihnen gut tut: „Mir ist es eine Herzensangelegenheit, für die Jugendlichen da zu sein, sie ernst zu nehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.“   

 

Info:
Im Kinder- und Jugendzentrum St. Magni gibt es in den Sommerferien ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Eine Anmeldung ist erwünscht und für das täglich stattfindende Mittagessen auch erforderlich.
Im Rahmen der Kunst-Ausstellung „Art To Believe“ wird im August ein Workshop für Kinder und Jugendliche zum Thema Klangschalen angeboten.

 

 

 

Verfasser: Rosemarie Garbe