Propstei Braunschweig
24.08.21

Ausstellung Freiwillig - Vielseitig - Eindrücklich

1. September - 15. Oktober in St. Michaelis

Stiftung Ökumenisches Lernen in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Braunschweig

Das Heilige Land, der Nahe Osten, das Land, wo Milch und Honig fließen – es gibt so viele Bezeichnungen für diese kleine Region zwischen Mittelmeer und Jordan, für Israel und Palästina, in der das Leben so vielfältig ist.

In der Fotoausstellung „Freiwillig. Vielseitig. Eindrücklich. Unsere Freiwilligendienste in Kiryat Tivon und Jerusalem" zeigen zehn junge Menschen aus der Region rund um Braunschweig, was sie während ihrer Freiwilligendienste in Kiryat Tivon und Jerusalem beeindruckt hat. Die Eindrücke sind vielfältig – mal sind sie persönlich, mal anekdotisch und mal inmitten der politischen Lage vor Ort entstanden. Zu sehen sind sie in einer Fotoausstellung vom 1. September bis 15. Oktober in St. Michaelis in Braunschweig – täglich von 10-18 Uhr. Die Ausstellung wird am 01. September um 17:30 Uhr mit einem Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Braunschweig Ulrich Markurth eröffnet.

Die insgesamt 26 Fotografien zeigen die Perspektiven von zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung Ökumenisches Lernen in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Braunschweig. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten kommen aus Braunschweig, Wolfsburg, Badenhausen, Evessen und Wolfenbüttel.

Rund ein Jahr haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 19 bis 25 Jahren in Kiryat Tivon, Braunschweigs israelischer Partnerstadt, in Jerusalem und Beit Jala als Volontärinnen und Volontäre gelebt und dabei gelernt: man muss genauer hinschauen, nicht nur in Schwarz und Weiß zuschreiben, sondern auch die Graustufen dazwischen sehen.

Um möglichst viele Perspektiven auf Braunschweigs israelische Partnerstadt zu ermöglichen, haben die Alumni der Stiftung Ökumenisches Lernen den Fotografie-Künstler Gerd Druwe aus Weddel und die Fotografin Gal Mosenson aus Kiryat Tivon gebeten, jeweils zwei Fotografien auszustellen, die ihre Blicke auf Kiryat Tivon widerspiegeln.

Zudem ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant: Nicht nur für Führungen mit den Volontär*innen durch die Ausstellung öffnen sich die Kirchentüren für die Besucher*innen, sondern auch um in einem Crash-Kurs Hebräisch zu lernen.

Der Völkerrechtler Christian Tams, Professor an der University of Glasgow, stellt seine Perspektive zum Nahost-Konflikt zur Diskussion. Ein dialogischer Nachmittag mit Dr. Rebekka Denz, Judaistin beim Israel Jacobson Netzwerk in Braunschweig, und Franziska de Vries, selbst eine der beteiligten ehemaligen Volontär*innen und Kuratorin der Ausstellung, lädt alle Interessierten zu einem Austausch über Israel und die eigenen Erfahrungen ein. In einem Gespräch sprechen Gerd Druwe und – live zugeschaltet aus Kiryat Tivon – Gal Mosenson über ihre fotografischen Blicke auf Braunschweigs Partnerstadt.

Zum Abschluss der Ausstellung wird die Braunschweiger Band Lucky Penny ein Konzert geben. Eintritt frei, es wird auf Spenden für die Partnerkirchen und -projekte in Kiryat Tivon und Jerusalem gehofft.

Nähere Informationen zu den Terminen entnehmen Sie bitte unserem digitalen Flyer.

Aufgrund der Pandemie folgender Hinweis: Es wird darum gebeten, die geltenden Hygiene-und Abstandsregeln in Kirchen zu beachten und einen Mund-Nasen-Schutz mitzubringen. Sollten aufgrund der Infektionszahlen die Veranstaltungen im Begleitprogramm nicht möglich sein, kann es zu kurzfristigen Absagen kommen. Wir bitten um Verständnis.

Zum Hintergrund:

Die Stiftung Ökumenisches Lernen in der evangelisch-lutherischen Landeskirche wurde 1996 gegründet. Schülerinnen und Schüler aller Schulformen können in der 10. Klasse an der Ausschreibung der Stiftung teilnehmen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten die Möglichkeit, an einem dreijährigen Stiftungsprogramm mit internationalen Begegnungsfahrten sowie an Seminaren zu gesellschaftlich relevanten Themen teilzunehmen. Nach dem Schulabschluss gehört es zum Programm der Stiftung, im Rahmen eines Freiwilligendienstes (IJFD) in einer Partnerkirche oder einem Partnerprojekt im Ausland zu arbeiten. Die Partnerkirchen und -projekte sind unter anderem in Namibia, Tansania, Japan, Israel, Tschechien, Indien, Palästina, Bolivien, England und Frankreich. Weitere Informationen unter: oekumenisches-lernen.de/die-stiftung

Unsere Gastkünstler*innen:

Gerd Druwe studierte bis 1988 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Er arbeitet als freier Künstler und Fotograf in Weddel. Neben zahlreichen Einzelausstellungen in Braunschweig und Umgebung zeigte er seine Fotografien bereits in u.a. Frankreich, Österreich und den Niederlanden. 2013 reiste er als Vertreter der Stadt Braunschweig im Rahmen des Künstleraustauschs des Bund Bildender Künstler (BBK) nach Kiryat Tivon. In der Ausstellung zeigt er mit zwei Fotografien seinen Blick auf Kiryat Tivon.

Gal Mosenon wurde 1973 in Haifa geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Kiryat Tivon. Die Tivonerin hält in ihren Fotos Veranstaltungen fest, die für Gemeinschaft und Verbindungen zwischen unterschiedlichen Menschen stehen. So arbeitet sie u.a. als Fotografin für das Women Wage Peace Movement, eine israelische Basis-Friedensbewegung, und ist im Kindergarten Ein Bustan in Kiryat Tivon für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In der Ausstellung ist sie mit zwei Fotografien vertreten, die ihre eigene Perspektive auf Kiryat Tivon widerspiegeln.

Die Einsatzstellen vor Ort:

Seit 2015 waren bisher 13 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung Ökumenisches Lernen in verschiedenen Partnerprojekten und Partnerkirchen in Israel und Palästina engagiert: Kfar Tikva, das Dorf der Hoffnung, ist eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Kiryat Tivon. 1963 wurde Kfar Tikva mit Hilfe deutscher Volontärinnen und Volontäre aufgebaut.

Shalhevet ist ein Seniorentagestreff im Zentrum von Kiryat Tivon, in dem unter anderem Kunstworkshops, eine Tanz- und eine Fahrradgruppe angeboten werden. Viele der Seniorinnen und Senioren können Deutsch sprechen – die Sprache ihrer Kindheit und Jugend.


Ein Bustan, frei übersetzt „die Quelle eines Gartens", ist ein bilingualer hebräisch-arabischer Kindergarten in Kiryat Tivon. Seit 2005 begegnen sich dort einander nicht nur muslimische, jüdische und christliche Kinder, sondern auch ihre Eltern und die Erzieherinnen. Eine weitere Einsatzstelle ist die Mahraba Nursery School auf dem Ölberg in Jerusalem. Dieser internationale Kindergarten ist eine von drei Einsatzstellen bei der Evangelical-Lutheran Church of Jordan and the Holy Land (ELCJHL). Das Kirchenbüro neben der Erlöserkirche in Jerusalems Altstadt ist ebenso fester Anlaufpunkt für die Volontärinnen und Volontäre. Etwas weiter draußen in Beit Jala, Palästina, lernen die Volontär*innen auf dem Gelände der deutschen Schule Talitha Kumi im Environmental and Educational Center (EEC) die Pflanzen- und Vogelvielfalt der Gegend kennen.

 

Verfasser: Pfarrer Jakob Timmermann