Propstei Braunschweig
25.09.21

Begegnung mit tollen Menschen und vieles mehr

Foto-Ausstellung über Freiwilligendienste der Stiftung Ökumenisches Lernen in St. Michaelis

Ein ganz persönlicher Blick auf Israel: die ehemalige Stipendiatin der Stiftung Ökumenisches Lernen Franziska de Vries.

Ein Jahr Freiwilligendienst in Israel und Palästina – das ist sicher eine unvergessliche Zeit. Die Foto-Ausstellung „Freiwillig. Vielseitig. Eindrücklich – Unsere Freiwilligendienste in Kiryat Tivon und Jerusalem“ der Stiftung Ökumenisches Lernen bietet einen Einblick in das, was zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten zwischen 2015 und 2019 mit ihrer Kamera festgehalten haben. Skulpturen aus Blechschrott auf den Golanhöhen, ein Verkäufer von Sesamriegeln, der seine Ware auf dem Kopf balanciert, Gläubige vor der Klagemauer, schwer bewaffnete Soldaten, ein Junge mit Kippa auf einem Roller, die bekannte Holzleiter über dem Portal der Grabeskirche und vieles mehr. Ihre besondere Aussagekraft bekommen die Fotos durch die persönlichen Texte, mit denen die zehn Stipendiaten ihre Eindrücke kommentiert haben.

Darüber hinaus sind in der St. Michaeliskirche Bilder der Fotografin Gal Mosenson aus Israel und des Weddeler Fotografen Gerd Druwe zu sehen, der im Rahmen eines Künstleraustauschs in Braunschweigs Partnerstadt Kiryat Tivon war. Die Idee zu der Ausstellung hatten die ehemaligen Stipendiaten Franziska de Vries und Michael Brandt. Sie haben Fotos gesichtet, Texte redigiert, Referenten für das Rahmenprogramm angefragt, Flyer entworfen und sich um viele kleine Details rund um die Ausstellung gekümmert. Beide waren selbst in Israel und Franziska de Vries spricht voller Begeisterung von der Zeit in dem Land. Von der herzlichen Gastfreundschaft, der Gemeinschaft, dem Interesse an der Besucherin aus Deutschland, der Unvoreingenommenheit. „Das waren Begegnungen mit tollen Menschen, die mich definitiv geprägt haben“, sagt die 24-Jährige. „Ich versuche, diese Wärme zu behalten.“

In Kfar Tikva, in einem Dorf für Erwachsene mit Behinderung, war sie in einer Bäckerei tätig, hat Brot, Kuchen und Kekse gebacken und sollte anderen bei ihrer Arbeit hilfreich zur Seite stehen. „Das ist allerdings nicht so einfach, wenn man anfangs die hebräischen Rezepte nicht lesen und die Sprache nicht sprechen kann“, sagt Franziska de Vries rückblickend ganz offen. Doch sie habe sich „durchgewurschtelt und Mega-Spaß“ gehabt. Von derartigen Erfahrungen wollen sie und die anderen ehemaligen Stipendiaten bei den angebotenen Führungen berichten. Besonders spannend seien diese für Schulklassen und für junge Leute, die mehr über einen Freiwilligendienst wissen wollen. Schulklassen, die sich für eine individuelle Führung interessieren, können einen Termin über stiftung(at)oekumenisches-lernen(~dot~)de vereinbaren.  

 

Wer mehr über den Blick von Fotografin Gal Mosenson auf ihre Heimatstadt Kiryat Tivon erfahren will, kann ein Gespräch mit ihr und dem Fotografen Gerd Druwe am Samstag, 2. Oktober, um 19 Uhr in der St. Michaeliskirche, Echternstraße 67, verfolgen.

Führungen durch die Ausstellung finden an folgenden Terminen statt: am Samstag, 9. Oktober, um 16 Uhr zeigt Clara Savinsky die Fotos, am Sonntag, 10. Oktober, um 16 Uhr ist es Lukas Weidenhaupt.

Ein Abschlusskonzert mit der Band „Lucky Penny“ beginnt am Freitag, 15. Oktober, um 20 Uhr in der Miachaeliskirche, Echternstraße 67.

 

Verfasser: Rosemarie Garbe