Propstei Braunschweig
23.10.21

Viel Individualität unter einem Dach

17 evangelische Kitas haben sich in einer gemeinsamen Trägerschaft zusammengeschlossen

Kompetent: Anita Adolf gehört zur pädagogischen Geschäftsführung des neuen Arbeitsbereichs ev.-luth. Kindertagesstätten Braunschweig.

Foto: Rosemarie Garbe

Die Anforderungen an die Leitung einer Kita werden immer größer. Der Propsteiverband Braunschweiger Land hat daher den Kirchengemeinden der 28 evangelischen Kitas in Braunschweig angeboten, sich einer gemeinsamen Trägerschaft anzuschließen. Die Kirchengemeinden von 17 Einrichtungen haben diese Offerte angenommen und sind seit dem 1. August 2021 im neuen „Arbeitsbereich ev.-luth. Kindertagesstätten Braunschweig“ in einer gemeinsamen Trägerschaft zusammengeschlossen. Mehr als 1200 Kindern besuchen diese Kitas.

Für die elf verbleibenden evangelischen Kitas sind weiter die Kirchengemeinden zuständig. „Weitere werden folgen“, vermutet Diplom-Pädagogin Anita Adolf. Sie hat gemeinsam mit der Sozialpädagogin und Diakonin Sabine Klebe-Tarrey die pädagogische Geschäftsführung übernommen, für die betriebswirtschaftliche Geschäftsführung ist Helmut Achatz zuständig. „Die Eltern merken von dieser Umstrukturierung oft wenig, Ansprechpartner ist für sie weiter die Kita-Leitung“, sagt Anita Adolf.

Mit der gemeinsamen Trägerschaft ist die große Hoffnung verbunden, dass sich Fachkräfte spürbar besser gewinnen lassen. Denn die Trägerschaft bietet bei der Besetzung freier Stellen enorme Vorteile. Beispielsweise, wenn es um die zeitlich befristete Vertretung einer Mitarbeiterin in Elternzeit geht. „Als großer Träger können wir Interessenten auch in diesen Fällen unbefristete Stellen anbieten“, sagt Anita Adolf, „das bedeutet mehr Sicherheit für Beschäftigte und einen Wettbewerbsvorteil für den Arbeitgeber.“ Darüber hinaus seien interne Wechsel problemloser möglich, Fortbildungen ließen sich zentral organisieren. Und die Anforderungen des neuen Kita-Gesetzes ließen sich ebenfalls leichter umsetzen – auch wenn das eine riesige Herausforderung für die Einrichtungen sei. „Die Größe hilft auch hier“, ist sich die Diplom-Pädagogin sicher. 

Die Befürchtung der beigetretenen Kitas, dass ihnen eine gemeinsame Trägerschaft keinen Raum für einen eigenständigen Weg lasse, konnte zerstreut werden. „Wir wollen möglichst viel Individualität unter einem gemeinsamen Dach erhalten“, versichert Anita Adolf.

Mit der Geschäftsführung des neuen Arbeitsbereiches steht den Kitas fundiertes Fachwissen zur Verfügung. So hat Sabine Klebe-Tarrey rund 20 Jahre die Geschwister-Sperling-Kita geleitet und den Aufbau des Kita-Verbandes Peiner Land federführend mitgestaltet. Anita Adolf war in der Fachschule für Sozialpädagogik am Diakonie-Kolleg in Wolfenbüttel in der Erzieherinnen-Ausbildung tätig. „Wir ergänzen uns prima“, sagt Anita Adolf und für die Zukunft haben sich die beiden vieles vorgenommen, etwa ein Handbuch für die Kita-Leitungen oder die Organisation von Fortbildungen. Da ist es sicher motivierend, dass dem Beispiel einer gemeinsamen Trägerschaft weitere Propsteien in Helmstedt, Salzgitter und Goslar folgen wollen.

Verfasser: Rosemarie Garbe