Propstei Braunschweig
22.11.21

Den Wandel gestalten

Braunschweigische Landessynode beschließt Projekte zur Zukunft der Kirche

Die Landeskirche Braunschweig will mit strategischen Projekten den Wandel der kirchlichen Arbeit vorantreiben. Einen entsprechenden Beschluss hat die Landessynode am Freitag, 19. November, bei ihrer Tagung in Braunschweig gefasst. Eine Lenkungsgruppe, die von der Kirchenregierung eingesetzt wird, soll die Projekte in vier Bereichen begleiten: Geistliches Leben und Theologie, Seelsorge und Diakonie, Erprobungsräume sowie Netzwerkorientierte Zusammenarbeit.

Die Projekte sind Ergebnis eines umfangreichen Diskussions- und Beratungsprozesses, der in den vergangenen Monaten in der Breite der Landeskirche geführt wurde. Mehr als hundert Rückmeldungen seien verarbeitet worden, betonte Pfarrer Thomas Ehgart (Bad Gandersheim) seitens der Kirchenregierung. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, der Prozess habe zu wenig Beteiligung und Substanz hervorgebracht. Insbesondere Kay Florysiak (Braunschweig) hatte kritisiert, die Kirche sei von zu viel Larmoyanz und zu wenig Begeisterung geprägt. Auch Sebastian Ebel (Braunschweig) forderte mehr Aufbruch und Optimismus.

In der Folge entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in der die Projekte näher dargestellt wurden. Dabei wurde deutlich, dass gravierende Veränderungsprozesse nötig werden könnten, um die kirchliche Arbeit zukunftsfest zu machen. Vor allem das Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen müsse neu justiert werden, sagte Landesbischof Dr. Christoph Meyns. Er würdigte die Bereitschaft zur Mitwirkung der Ehrenamtlichen, es sei aber nötig, den kirchlichen Auftrag neu zu klären.

Auch Pfarrerin Elke Rathert (Braunschweig) und Diakonie-Vorstand Anke Grewe (Braunschweig) wiesen auf die Bedeutung freiwilliger Mitwirkung hin. Analog zu Freiwilligendiensten müssten Engagierte gezielter angesprochen werden. Außerdem sollten Besuchsdienste intensiviert und kirchliche Orte außerhalb der Kirchengebäude entdeckt werden.

Darüber hinaus wurden „Erprobungsräume“ diskutiert. Dabei gehe es unter anderem darum, „multiprofessionelle Teams“ zu entwickeln. Diese könnten künftig in Ergänzung zum Pfarramt die Leitung der Kirchengemeinden übernehmen und Pfarrerinnen und Pfarrer in Managementfragen entlasten, wie Propst Thomas Gunkel (Goslar), Pfarrer Thomas Ehgart und Pfarrer Frank Ahlgrim (Schladen) deutlich machten. Das sei insbesondere für diejenigen Bereiche in der Landeskirche wichtig, in denen nur noch wenige Pfarrpersonen tätig seien.                                                               

 

Verfasser: Michael Strauß