Propstei Braunschweig
15.01.22

Klare Positionierung gegen Hass und Hetze

Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ gegründet

„Unser Kreuz hat keine Haken“: Klaus Burckhardt (mit rotem Schal) bei einer Demonstration in Braunschweig. Foto: privat

Rechtsextremen und menschenfeindlichen Haltungen ist Klaus Burckhardt zeit seines Berufslebens entschieden entgegengetreten. Jetzt hat der Pfarrer in Ruhe und ehemalige Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) die Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ Braunschweig gegründet, einen Zusammenschluss von Vertretern aus Propstei, evangelischer Jugend und einzelnen Personen. „Unser Ziel ist es, die kirchliche Stimme für Demokratie hörbar und sichtbar zu machen“, sagt Burckhardt, der sich auch im „Bündnis gegen Rechts“ und beim „Runden Tisch gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung“ engagiert. „Es gehört zur DNA unseres christlichen Glaubens Farbe zu bekennen. Rassismus und Rechtsextremismus sind Gift für unser Land.“ Hintergrund ist, dass es in Braunschweig immer mehr rechtsextreme Aktionen, Beleidigungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen gibt.

Die in der Propstei gegründete Initiative orientiert sich an einem Zusammenschluss gleichen Namens, den Burckhardt vor mehr als zehn Jahren in der hannoverschen Landeskirche mitgegründet hat und der erfolgreich gegen rechtsextreme Strukturen vorgeht. Das Motto: „Unser Kreuz hat keine Haken.“ So  haben Mitglieder der Initiative die Gründung von rechten Schulungszentren in der Heide verhindert und immer wieder auf das Wirken von mittlerweile verbotenen neonazistischen Jugendorganisationen aufmerksam gemacht. Außerdem haben sie Materialien entwickelt, die Burckhardt jetzt mit der Braunschweiger Initiative überarbeiten will. Dazu zählen Ideen für Konfirmanden-tage und Workshops oder Argumentationshilfen, wie Gemeindemitglieder und Kirchenvorstände mit fremdenfeindlichen und rechtsextremen Äußerungen umgehen können. Auch Aussteigerhilfen für Menschen aus dem rechten Spektrum gehören dazu und Modelle, wie derartige Fragen in einem Gottesdienst thematisiert werden können. Darüber hinaus möchte der Pfarrer aktuelle Probleme aufgreifen, etwa die Zunahme von Verschwörungstheorien. „Wir benötigen in all‘ diesen Fragen eine klare Positionierung öffentlicher Theologie“, betont Burckhardt. „Und wir freuen uns über jeden, der mitmachen will.“

Wie wichtig ein Engagement gegen Hass und Hetze ist, hat er als Pastor der evangelisch-lutherischen Kirche im südafrikanischen Durban erlebt, wo er von 1984 bis 1993 tätig war. „Hier gab es Rassismus in seiner schrecklichsten Form“, erinnert er an die Zeit der Apartheid. Zurück in Deutschland, hat sich Burckhardt für das Gewaltpräventionsprogramm „Schritte gegen Tritte“ stark gemacht, das bisher schätzungsweise mehr als 60.000 Jugendliche erreicht hat. Auch für die Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ hofft er auf viele Unterstützer: „Ich bin guten Mutes, dass es hier bald ein sehr aktives Netzwerk gibt.“   

Wer die Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ unterstützen will, kann sich direkt an die Propstei in Braunschweig wenden, Telefon 0531-47180.

Am 20. Mai 2022 findet in Braunschweig eine Vollversammlung der Initiativen „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ aus verschiedenen Landeskirchen statt.

Verfasser: Rosemarie Garbe