Propstei Braunschweig
02.12.17

Pröpstin Uta Hirschler am 02.12.2017 in der nb

Advent

Endlich – Weihnachtsmarkt und Plätzchenbacken, Liedersingen, Geschichten lesen und vor allem sich Zeit nehmen. Es macht Freude, etwas vorzubereiten, dabei an geliebte Menschen zu denken und zu überlegen, was sie erfreuen könnte. Mit selbstgemachten Adventskalendern von Paten, Eltern, Cousins oder Freundinnen wird schnell deutlich, dass es auf Geld nicht ankommt. Hier steckt eine Süßigkeit, dort eine Kerze und in jenem Säckchen ein Foto. Sie alle zeigen, wichtig sind die Liebe und Freude, die drin stecken und mit verschenkt werden. Sie sagen dem Beschenkten: „Ich denke an dich und wünsche Dir eine gute Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten.“ Für andere sind es lebendige Adventskalender, die den Unterschied machen: In der Kälte im Stadtteil Menschen treffen, Zeit miteinander verbringen, Lieder, Gedanken, Geschichten teilen über Momente, die das Leben lebenswert machen oder ihm Sinn geben. Auch da zeigt sich, wie wertvoll erfüllende Momente sind und wie wenig materielle Werte gelingende Begegnungen ersetzen können.
Vor Jahrtausenden schrieb der Prediger Salomo: „Ein Knabe, der arm, aber weise ist, ist besser als ein König, der alt, aber töricht ist und nicht versteht, sich raten zu lassen.“ (Pred.Sal.4,13). Die Fähigkeit, auf andere zu hören, erfährt hier die höchste Wertschätzung; weder Erfahrung noch Reichtum wiegen sie auf. Wie in den schönen Adventserfahrungen stecken gelingende Beziehungen wie ein Schlüssel zum Erfolg darin. Werden mein Rat und mein Hinweis den Bedürfnissen der Beteiligten gerecht? Kann mit meinem Beitrag Frieden einziehen und Freude wachsen? Nicht nur für Könige und Mächtige ist das eine lohnende Frage.

Verfasser: Pröpstin Uta Hirschler