Propstei Braunschweig
05.01.18

Landeskirche feiert 450-jähriges Bestehen

Viele Veranstaltungen stehen im Horizont des historischen Jubiläums

Wolfenbüttel/Braunschweig (epd). Mit zahlreichen Veranstaltungen feiert die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig in diesem Jahr ihr 450-jähriges Bestehen. Sie wurde von Herzog Julius Braunschweig-Wolfenbüttel (1528-1589) gegründet, der im Jahr 1568 die Reformation im ganzen Herzogtum einführte. "Das ist ein Datum, das sehr prägend gewesen ist fürs Braunschweiger Land", sagte Landesbischof Christoph Meyns dem Evangelischen Pressedienst (epd). Durch die Gründungen zahlreicher Schulen oder den Neuaufbau des Sozialwesens habe diese Entscheidung bis ins 20. Jahrhundert hinein viel verändert. In der Stadt Braunschweig war bereits 40 Jahre früher die Reformation eingeführt worden.

Im Grunde genommen sei das kommende Jahr eine Fortsetzung des 500. Reformationsjubiläums, sagte Meyns. So werde am 3. Februar das Pop-Oratorium "Luther" in der Braunschweiger Volkswagen Halle aufgeführt. Das Stück, das im vergangenen Jahr bereits auf bundesweite Tournee ging, soll mit einem Mega-Chor von 1.500 Stimmen zum vorerst letzten Mal auf die Bühne gebracht werden. Erwartet werden rund 6.500 Besucher.

Im Laufe des Jubiläumsjahres erinnert die Landeskirche auch daran, dass vor 50 Jahren erstmals Frauen ein Pfarramt übernehmen durften. Heute sei die Ordination von Frauen selbstverständlich, so dass keiner mehr darüber nachdenke, was dies in einer "zutiefst patriarchal geprägten Kultur" bedeutet habe, sagte der Bischof. "Das war noch mal eine ganz eigene Revolution." Zu den besonderen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr zählt außerdem eine Ausstellung des Braunschweiger Fotografen Klaus G. Kohn im Kreuzgang der Braunschweiger Brüdernkirche vom 3. Mai bis zum 14. Juni.

Am 8. September lädt die Landeskirche laut Meyns außerdem erneut ihre 329 Gemeinden zu einem Kongress ein, um in Workshops über die Zukunft ihrer Arbeit zu beraten. "Das ist auch ein Zeichen, dass wir im Jubiläumsjahr inhaltlich weiterkommen wollen und nicht nur auf die Gründung zurückschauen." Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen steht die Landeskirche vor neuen Herausforderungen. "Wir sind Teil einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, dass Menschen sich zunehmend aus Bindungen zurückziehen", sagte Meyns. Seit Anfang der 1990er Jahre ist die Zahl der Kirchenmitglieder auch aufgrund des demografischen Wandels von 502.000 auf 342.000 zurückgegangen.

Die Kirche müsse sich durch stetige Reformen auf diese Veränderungen einstellen, sagte Meyns. Dabei gehe es aber auch um die Fragen, was die Menschen in der Region bewege und wie die Kirche dazu beitragen könne, beispielsweise durch praktische diakonische Hilfen, dieses Leben zu bereichern. "Wir sind als kleine Landeskirche dicht an den Menschen dran, und diesen Schatz wollen wir uns bewahren."

Verfasser: Michael Strauss