Propstei Braunschweig
13.01.18

Gospels singen und sich von der Musik tragen lassen

Heike Kieckhöfel ist seit März 2017 Kirchenmusikerin in Braunschweig

H. Kieckhöfel an der Orgel in der Emmauskirche, Foto: Almuth Leiser

Musik bewegt. Wer in die Gottesdienste und Konzerte der evangelischen Kirchen in Braunschweig kommt, kann meistens Klassisches erwarten. Langsam verändert sich das in den letzten Jahren. Seit März letzten Jahres ist mit Heike Kieckhöfel eine Kantorin für Popularmusik in der Propstei Braunschweig angestellt. Mit Büro und regelmäßigen Einsätzen ist sie in der Emmausgemeinde in der Weststadt angesiedelt. Für die Popularmusik setzt sie sich in der ganzen Propstei im gesamten Stadtgebiet ein.
Ein erstes Projekt war für die 46 -jährige einen Gospelchor zu gründen. Ein Herzensanliegen, da Gospels ihr selbst den Weg zu moderner Kirchenmusik geebnet haben. So gab es im Mai Schnupperstunden, die eine gute Resonanz hatten. Jetzt probt der Chor „True Words“ jede Woche dienstagabends. Die Chorsänger sind altersmäßig ganz gemischt. Von 21 bis 92 Jahren ist jede Altersstufe dabei. Dass Heike Kieckhöfel damit auf ein Bedürfnis eingeht, zeigt die große Gruppe von SängerInnen. 76 Menschen treffen sich in der Weststadt, um gemeinsam einzustimmen.
Dabei hat Heike Kieckhöfel selbst zunächst ein klassisches Kirchenmusikstudium in Herford absolviert. Erst mit verschiedenen Tätigkeiten kam die Anfrage - und für sie selbst auch das Bedürfnis sich in Popularmusik fortzubilden. Sie hat eine Prüfung in Kassel gemacht, fährt aber für Weiterbildungen bis nach Dänemark. „Das ist einfach Kult!“ erzählt sie von den Workshops dort. Dabei wird fortgebildet im musikalischen Wissen und Können. Die emotionale Ebene spielt in dieser Musik aber eine ebenso große Rolle. Das genießt sie selbst auch, wenn sie an Gospelworkshops teilnimmt. Sich ganz der Musik hingeben können und dabei das ganze Leben mit allen Höhen und Tiefen in der Musik aufgehoben wissen, das gibt Kraft für den Alltag.
In ihrem Gemeindealltag in der Emmauskirche lässt sie ihre Liebe zu poppigen Rhythmen und Melodien auch mit einfließen. Mancher muss sich vielleicht gewöhnen – aber die meisten freuen sich an den modernen Klängen.
Als Propsteikantorin gibt sie etwas von ihrer Liebe zur Musik in der Ausbildung für Organisten und Chorleiter weiter und freut sich, dass neben der klassischen Kirchenmusik die populare Musik immer weiter Einzug erhält in den Gemeinden.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr wird am 3. Februar die Aufführung des Pop-Oratoriums „Luther“ im Rahmen des 450. Jubiläums der Landeskirche Braunschweig sein. 1400 SängerInnen nehmen an dem Projekt in der VW-Halle teil, und Heike Kieckhöfel ist als Dirigentin gemeinsam mit ihrem Kollegen Paul Blüthner mitten dabei. Das wird bestimmt ein bewegendes Erlebnis.


Verfasser: Pfarrerin Hanne-Elisabeth Reinhard