Propstei Braunschweig
07.07.18

Pröpstin Uta Hirschler am 07.07.2018 in der NB

Erholung

An den Sommerferien ist die Vorfreude auf eine Reise schon ein wichtiger Teil des Vergnügens. Die Phantasie trägt ja eine ganze Weile voraus: In einigen Tagen werden wir an der Küste sein. Wir werden den feinen Sand unter unseren nackten Füßen spüren. An einem sehr sonnigen Tag werden wir die Wärme an den Fußsohlen fühlen. Im nassen Sand werden wir zur Ebbezeit sicher auch Schalenteile von Muscheln und Schnecken finden: Kleine und große, Plattmuscheln und Bohrmuscheln und wenn wir Glück haben auch mal eine heile Kammuschelhälfte. Die wird mir dann vorkommen, als sei sie als Geschenk des Meeres extra für uns dorthin gespült worden.
Manches werden wir einfach deshalb schön finden, weil wir uns freuen, dass wir Urlaub haben und Abwechslung erleben. Der Wind wird uns durch die Haare wühlen und Sandkörner sich in der Kleidung festsetzen.
Bei einem Spaziergang am Strand können die Gedanken ganz zurück und weit voraus spazieren. Sie wandern wahlweise die Küste, den Horizont oder auf der Zeitachse entlang; manchmal trifft sich beides: Hier sind wir vor vielen Jahren schon gewesen, weißt Du noch? Und an jenen Ort möchte ich mit Euch später einmal reisen, Euch erinnern und mit Euch teilen, was dort für mich seit langem bedeutsam ist. Da ist das eigene Leben im Lauf der Welt aufgehoben wie in den Worten aus dem 139. Psalm: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“

Verfasser: Uta Hirschler, Pröpstin