Propstei Braunschweig
04.08.18

Pröpstin Uta Hirschler am 4.8.2018 in der NB

Zurück im Alltag

Sommerurlaub bedeutet für mich immer auch Wochen ohne Handy und E-Mails: Diese Pause genieße ich jedes Jahr, in der ich von einer Flut von Informationen abgeschnitten bin. Fragen und Aufgaben, Nachrichten und Darstellungen aus dem beruflichen Alltag, Privates und Großwetterlage. Wie ungewohnt es ist, all das vorübergehend abzuschalten. Im Ferienmodus laufen die Geschäfte ohne einen selber weiter - Dank derer, die übernehmen.
Die eigene Aufmerksamkeit darf sich derweil aufs Nichtstun richten oder auf das, was für einen selbst und die Mit-Urlauber am Urlaubsort wichtig oder reizvoll ist. Da rückt in den Blick, was sonst der Wahrnehmung verborgen ist und doch auch bedeutsam oder schön. Zeugnisse der Vergangenheit rücken als Schätze in den Blick. Der Sand auf den Dünen wärmt weich die Füße. Der starke Wind pustet einem angenehm die Haare aus dem Gesicht und den Kite-Surfern, die in der Luft ihre Sprünge machen, lässt sich lange und fasziniert zuschauen. Immer wieder ist es zum Staunen: Welch großartige Möglichkeiten das Leben zu bieten hat. Welche Gnade es ist zu leben.
Und dann geht es zurück in den Alltag, in dem es wieder überlebensnotwendig ist, die Informationen zu filtern und zu sortieren. Wer jedem Detail nachhängt hat schon verloren. Und doch sind es oft die Details, die den wesentlichen Unterschied ausmachen, die Arbeit und das Leben gelingen lassen.
Wie ein Kommentar zu solchem Reduzieren der Nachrichten begleitet mich dieses Jahr zurück im Alltag ein Bibelwort aus der Bergpredigt: „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“



Verfasser: Uta Hirschler, Pröpstin