Propstei Braunschweig
04.08.18

Als Pfarrer muss jeder seinen eigenen Stil haben

Wechsel zum Predigerseminar in Loccum: Janis Berzins betreut künftig Vikare/innen

Janis Berzins, der ehemalige Pfarrer von St. Pauli-Matthäus, ist künftig für die Ausbildung der Vikarinnen und Vikare in Loccum zuständig.

Sieben Jahre lang war Janis Berzins Pfarrer an St. Pauli-Matthäus. Jetzt verlässt er die Stadt, beginnt eine neue Stelle am Predigerseminar in Loccum und bleibt Braunschweig dennoch verbunden. Als Studieninspektor betreut er künftig Vikare und Vikarinnen der braunschweigischen Landeskirche – und vier weiterer Landeskirchen – und auch als Kirchenmusiker bleibt er seiner alten Wirkungsstätte treu. Sein Schwerpunkt am Predigerseminar: Gottesdienst und Liturgik. „Das ist eine sehr spannende Aufgabe“, sagt Berzins. „Es ist reizvoll, junge Menschen zu begleiten, die am Beginn ihres Berufslebens stehen.“ Am Anfang stehe für diese die Frage einer sinnvollen Ausgestaltung der neuen Rolle: „Wie kann ich Pfarrer sein?“
Der Start in den neuen Job ist seiner Einschätzung nach nicht einfach: „Es ist nicht leicht, den unterschiedlichen Vorstellungen in der Gemeinde gerecht zu werden.“ Die einen suchen eine Autorität, die anderen einen Freund oder Kumpel. In den Kursen am Predigerseminar werden die Erfahrungen besprochen, die die Berufsanfänger vor Ort machen. Ziel ist es, Theorie und Praxis zu vereinbaren. Jeder müsse seinen eigenen Stil haben, so Berzins. Das gelte auch für die Gestaltung des Gottesdienstes. Ob alte Choräle oder zeitgenössischer Pop – das Wichtigste sei, dass jeder für sich selbst eine Haltung finde.
In dem ehemaligen Zisterzienserkloster in Loccum beginnt für die angehenden Theologen die zweite Phase ihrer Ausbildung mit einem Wechsel von Theorie und Praxis. Rund 20 Vikare nehmen an den zweimal jährlich stattfindenden Kursen teil. „Das sind Wochen mit möglichst viel Input“, sagt Berzins. Dabei arbeiten die insgesamt fünf Studieninspektoren mit verschiedenen Einrichtungen zusammen, etwa mit dem Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik in Hildesheim oder dem religionspädagogischen Institut in Loccum. Für Berzins ist die Arbeit mit den Vikaren eine Fortsetzung seiner bisherigen Tätigkeit. An St. Pauli-Matthäus hat er gemeinsam mit Pfarrerin Johanna Klee viel mit Konfirmanden und Teamern gearbeitet. „Der Kontakt zu jungen Leuten ist mir wichtig“, sagt der 43-Jährige, „das setzt sich jetzt fort.“
Ebenso wichtig ist für den studierten Kirchenmusiker die Musik. In Braunschweig leitet er den Kammerchor Venti Voci und hat Orgelkonzerte gegeben. Und auch sein nächster Termin in Braunschweig steht bereits fest: Im September wird er hier eine Bach-Kantate dirigieren.

Info
Pfarrer Janis Berzins wird am Sonntag, 12. August, um 16 Uhr mit einem Kantaten-Gottesdienst in der St. Paulikirche, Jasperallee, verabschiedet.



Verfasser: Rosemarie Garbe