Propstei Braunschweig
03.11.18

Pröpstin Uta Hirschler am 03. Novemerb in der NB

Die machen was, was Du nicht weißt

Tausende Menschen sind an jedem Werktag in Braunschweigs Innenstadt unterwegs. Viele arbeiten hier. Zahlreiche kommen, um die Angebote der Stadt zu genießen, zu essen, einzukaufen oder andere Besorgungen zu erledigen. Wenn in Ratgebern oder Medien Empfehlungen ausgesprochen werden, dann sind die Kriterien für die Hinweise meist ähnlich: Ein Schnäppchen hier, ein überragendes Angebot dort. Wie gut, wenn die, die solchen Angeboten folgen gute Erfahrungen machen.
Für manche aber sind ganz andere Orte in der Stadt wichtig: Sie suchen Hilfe. Zu einigen solcher Orten führte der besondere Stadtrundgang am Reformationstag. Menschen, die dort arbeiten, berichteten. Sie begegnen Hilfesuchenden auf ganz verschiedenen Feldern und ließen uns an ihren Erfahrungen teilhaben. Plötzlich waren die Bedürftigen als Menschen im Blick. Sie brauchen Zuwendung, Vertrauen und tragfähige Beziehungen - ja, auch Zärtlichkeit - wie alle anderen Menschen auch. Nur, wie viel schwerer haben sie es, solche „Alltäglichkeiten“ zu bekommen. Ihre Voraussetzungen sind denkbar schlecht. Und doch haben sie Fähigkeiten und ganz besondere, liebenswerte Seiten: Überleben-Können in widrigsten Umständen, Wieder-Aufstehen-Können nach einem Scheitern, Vertrauen- und Froh-Sein-Können, wenn nur jemand Vertrauenswürdiges da ist und Beziehung gelingt. Vor allem das berührt mich noch.
Gut, dass die Stadt solche Lichtblicke zu bieten hat. Und wie gut, darum zu wissen, sie zu nutzen, zu unterstützen oder zu empfehlen.







Verfasser: Uta Hirschler, Pröpstin