Propstei Braunschweig
24.11.18

Pröpstin Uta Hirschler am 24.11.2018 in der nb

Erinnerung

„Krieg ist nicht – und ich wiederhole – Krieg ist nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Im Gegenteil, er stellt immer ein katastrophales Versagen politischen Könnens und Vorstellungsvermögens dar.“
Kofi Annan sagte das am 11. August 2006 in einer Rede vor der Abstimmung des Sicherheitsrats über eine Libanon-Resolution. Am 18. August und somit im zu Ende gehenden Kirchenjahr ist der ehemalige UN-Generalsekretär im Alter von 80 Jahren gestorben. Er bleibt in Erinnerung als jemand, der mutig auch Kritisches aussprach.
Sein oben zitiertes Urteil über Krieg zeigt zweierlei: Den Anspruch, dass Krieg nicht sein soll, und die Kenntnis der Realität. Sie weiß, dass es viel zu viel Krieg gibt. Annan nahm beides an und ließ sich weder entmutigen noch zum Träumen verleiten. Er unternahm Schritte, um Frieden zu stiften. Er gab auch Aufgaben zurück, die keine Aussicht auf Erfolg hatten.
Vermutlich ist es diese Haltung des besonnenen, aber klaren Politikers, die in Erinnerung bleibt. Sie strahlt Zuversicht aus und macht Mut sich einzusetzen. Weder der ängstliche Blick in die Zukunft, noch die rosige Sicht auf längst vergangene Zeiten können ihr etwas anhaben. Von seiner Haltung wünsche ich mir viel nicht nur im neuen Kirchenjahr. Denn nicht selten ist der Blick auf das Gute der Realität verstellt von den Befürchtungen über das, was werden könnte. Kein Wunder, haben Wissenschaftler doch herausgefunden: „Pessimisten leben länger.“ Annan aber sagte: „Die Welt besteht aus Optimisten und Pessimisten. Letztlich liegen beide falsch. Aber der Optimist lebt glücklicher.“







Verfasser: Uta Hirschler, Pröpstin