Propstei Braunschweig
24.12.18

Weihnachten 2018

Die Erwartungen sind hoch: Das Weihnachtsfest soll gelingen. Die Wohnung wird aufgeräumt und schön geschmückt, das soll Essen lecker werden und die Stimmung gut und von Freude, nicht zuletzt über Geschenke geprägt.

„Fürchtet Euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude...“ verkündet der Engel den Hirten in der Weihnachtserzählung aus dem Lukas-Evangelium. Der Engel letztes Wort verheißt „...Friede auf Erden!“

Sprechen das auch heute Engel? In einer modernen Weihnachtsgeschichte wird ein Engel in der Gegenwart lebendig. Die Autorin Susanne Niemeyer erzählt davon. Der Engel möchte den unweihnachtlich streitbereiten, erwachsenen Mitgliedern einer Familie das Fest retten. Er erscheint sowohl den Eltern, als auch dem einzigen Sohn und seiner Frau im Traum. Seine Friedensverheißung hören sie dort.
Alle vier fühlen sich durch diesen Engel im Traum ertappt. Sie wissen, dass sie hinter dem Anspruch Frieden zu suchen zurückgeblieben sind. Daher haben sie schlechte Gewissen und entwickeln den Vorsatz, zum bevorstehenden Weihnachtsfest die anderen mit Freundlichkeit und Gelassenheit zu unterstützen, statt den eigenen Willen zum Maßstab zu machen und wieder Streit zu riskieren.
Nach dem ersten Zusammentreffen am Vorabend des Festes ist jedoch klar, dass dieses Weihnachtsfest vor lauter Entgegenkommen und höflichkeitshalber geäußerter Unwahrheiten eine Herausforderung werden wird. Der Engel greift erneut ein. Er sorgt dafür, dass die Menschen sich in der Weihnachtsrealität zurecht finden. Niemand muss jetzt eine künstliche Show liefern. So kommt die Familie tatsächlich relativ friedlich durch die Festtage.

Das wäre was: Wo Menschen ohne Gelassenheit, Freude und Frieden im Herzen sind, sollte der Engel auch auftreten. „Fürchte dich nicht. Siehe ich verkündige dir große Freude.“ Das sollte der hören, dessen Antrag auf Verbesserung der eigenen Situation gerade abgelehnt wurde und auch die, die sich immer ausnutzen lässt anstatt sich zu wehren und zu schützen.
Würden sie dem Engel glauben? Vielleicht würden sie zurückfragen: „Glaubst du im Ernst, dass es jemand gut mit mir meint, dass jemand Lebensmöglichkeiten, Gerechtigkeit und Frieden für alle Menschen sucht?“ Und der Engel würde ihnen antworten: „Das glaube ich nicht nur, das weiß ich sogar. - Ich kann fühlen, dass sich Liebe in der Welt ausbreitet; auch wenn du sie nicht spürst. Ich habe gesehen, dass Menschenherzen freundlich und warm werden, wenn sie sich in Sicherheit und Frieden wissen. Die Liebe beginnt sich auszubreiten, wenn du an sie glaubst. Und immerhin habe ich dir Frieden verheißen.“

Liebe Leserin, lieber Leser, wir wünschen Ihnen Freude und Frieden, weihnachtliches Staunen und Glauben-können. Gesegnete Weihnachten!

Ihre Uta Hirschler (evangelische Pröpstin) und Reinhard Heine (katholischer Propst)





Verfasser: Pröpstin Uta Hirschler