Propstei Braunschweig
05.01.19

Pröpstin Uta Hirschler am 5.1.2019 in der nb

Frohes Neues!

Suchen ist für mich keine Lieblingsbeschäftigung. „Wer Ordnung hält, ist bloß zu faul zum Suchen“ hieß es bei uns Zuhause. Suchen war Zeitverschwendung. Hatte man etwas von den Schulsachen verlegt oder suchte auch nur ein bestimmtes, seltenes Lego-Teil für ein neues Vorhaben, war einfach nicht absehbar, wie viel Zeit vergehen würde, bis man endlich mit dem loslegen könnte, was man eigentlich vorhatte.
Finden dagegen kann wunderschön sein. Ich liebe Spaziergänge um etwas zu finden. Im Urlaub am Strand schaut immer noch hier oder dort eine glänzendere und leuchtendere Muschel heraus. Es könnte die eine sein, die sich mitzunehmen lohnt. Oder durch alte Wälder streifen und an fast jedem Stamm Gestalten oder Gesichter erkennen. Phantasiewesen, die die Landschaft bevölkern und auf der Stelle Geschichten entstehen lassen. Nur wer nach etwas Bestimmtem sucht, hat schon verloren. Denn das Unbestimmte wird beim Anschauen definiert.
Finden mit dem Suchen zusammen ist eine Erleichterung. Dann hört die Zeitverschwendung auf und es kann endlich losgehen. In der Bibel kann zum Beispiel ein Fest beginnen, weil das 100. Schaf oder der verlorene Groschen gefunden wurde oder weil der verloren geglaubte Sohn wieder gekommen ist.
Ihnen wie mir wünsche ich, dass Sie im neuen Jahr das Gute, Frieden und Segen nicht suchen müssen, aber oft finden und dass Sie sich oft und nachhaltig freuen können an vielem Gelungenen und wunderbar Gefundenem, an Schönem und an Begegnungen, die Sie Freude und Frieden erfahren lassen.








Verfasser: Pröpstin Uta Hirschler