Propstei Braunschweig
02.03.19

Ein unkompliziertes Miteinander

Mehrgenerationenhaus in der Hugo-Luther-Straße besteht seit 15 Jahren Festveranstaltung mit Filmvorführung

Sie freuen sich über die positive Entwicklung des Mehrgenerationenhauses (von links): Pfarrer Friedhelm Meiners, Pfarrerin Frauke Meiners-Plümke, Diakon Ulli Böß und Pfarrer Christoph Berger.

Wenn sich ganz unterschiedliche Einrichtungen unter einem Dach befinden, sind Konkurrenz, Reibereien und Konflikte oft programmiert. Ganz anders ist das im Mehrgenerationenhaus in der Hugo-Luther-Straße 60 A. Seit 15 Jahren arbeiten dort die Kirchengemeinden St. Michaelis, St. Martini und die Auferstehungskirche Tür an Tür mit dem Mütterzentrum und dem Stadtteilbüro. Rund 200 Besucherinnen und Besucher gehen dort täglich ein und aus, es kommen Mütter mit ihren Babys, Kinder, Jugendliche und Senioren. Sie besuchen Ausstellungen, Kreativangebote oder Projekte des Konfirmandenunterrichts, lassen sich beraten, essen zu Mittag, engagieren sich in der Stadtteilkonferenz oder nehmen die Hausaufgabenhilfe in Anspruch. „Es ist ein unkompliziertes Miteinander“, sagt Diakon Ulli Böß.
Und nicht nur das. Seit sich Propstei und Landeskirche Anfang der 2000er Jahre entschlossen hatten, das leerstehende Pfarrhaus und die selten genutzten Gemeinderäume von St. Michaelis auch für nichtkirchliche Einrichtungen zu öffnen, profitieren alle von der neuen Form der Zusammenarbeit. Schließlich lassen sich viele Aufgaben gemeinsam besser bewältigen, und auch der interreligiöse Dialog wird gefördert. „Beim gemeinsamen Feiern christlicher und muslimischer Feste treffen sich Religionen und Nationen“, sagt Pfarrer Christoph Berger von St. Michaelis.
Maßgeblichen Einfluss auf die positive Entwicklung des Hauses, das als beispielhafte Einrichtung immer wieder von Politikern aus Land und Bund besucht wird, hat Ulli Böß. „Es ist ein Glücksfall, dass er dort für die evangelische Kirche arbeitet“, würdigt Pfarrerin Frauke Plümke-Meiners von der Auferstehungskirche den Einsatz des Diakons. „Er ist offen für alles und alle und eine großartig vernetzte Person.“ Doch Böß verlässt die Einrichtung im Sommer aus Altersgründen. Daher wünschen sich die Vertreter der Gemeinden vor allem eins: einen Diakon als Ansprechpartner vor Ort für ganz unterschiedliche Menschen und die vernetzende Quartiersarbeit.
Schließlich sind die Herausforderungen im Westlichen Ringgebiet nach wie vor groß. Besonders vordringlich findet Pfarrer Friedhelm Meiners von St. Martini den Einsatz für Jugendliche in der Pubertät: „Wir müssen mehr schauen, was in den Familien los ist.“ Das größere Einzugsgebiet des Hauses in der Hugo-Luther-Straße bedeutet ebenfalls ein Umdenken. Zu den drei Gründergemeinden sind noch St. Jakobi und die Emmauskirche aus der Weststadt hinzugekommen. Doch auch das werden die Initiatoren in der Hugo-Luther-Straße sicher meistern. Ulli Böß: „Es ist ein ständiger Wechsel, wir müssen immer wieder gucken, wo wir stehen und welche Herausforderungen es gibt.“

Info
 Das 15-jährige Bestehen des Hauses Hugo-Luther-Straße 60 A wird am Freitag, 29. März, gefeiert. Die offizielle Festveranstaltung beginnt um 11 Uhr, um 14 Uhr wird ein Film über das westliche Ringgebiet gezeigt. Nach dem Haus- und Nachbarschaftsfest endet die Feier um 18 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst.


Verfasser: Rosemarie Garbe