Propstei Braunschweig
02.03.19

Pröpstin Uta Hirschler am 2. März 2019 in der nb

Verkleidung

„Kleider machen Leute.“ So heißt es schon lange. Die Menschen sehen einander von außen und lassen sich vom Äußeren beeindrucken. Deshalb werden auch manche Verkleidungen den Menschen abgenommen. Dann sind schnell Hochstapler unterwegs, die den Menschen vorgaukeln etwas zu sein, was sie doch nur darstellen wollen. Jahraus, jahrein können wir von Enkeltricks oder falschen Amtspersonen in den Zeitungen lesen und wissen, wie gefährlich es sein kann, sich von Äußerlichkeiten beeindrucken zu lassen.
Zum Karneval gibt es aber viel mehr Gründe sich zu verkleiden: Prinz, Elfe, Gaukler oder Prinzessin Leia Organa. Die Lieblingsfigur aus Buch oder Film kann einfach angezogen und ihre Rolle für ein Fest oder eine Session gespielt werden. Ausprobieren wie es ist, ein ganz anderer oder eine ganz andere zu sein. Starke, schlaue, erfolgreiche und bewunderte Figuren sind das oft, in deren Haut Menschen sich begeben. Leicht nachvollziehbar, dass es Freude macht, Rollen zu spielen, in denen alles glatt geht, die Anerkennung bringen und zu Erfolg führen. Manche Rollen sind anders, wie Clowns, Bettler oder einäugige Piraten. Bei ihnen liegt das Bewundernswerte genau im Umgang mit der eigenen Versehrtheit und Bedürftigkeit. Es sind Rollen, in denen so viel Lebenskunst liegt, wie wir uns selbst und gegenseitig nur wünschen können: Uns so zu nehmen und so glücklich zu werden wie wir sind, mit allen Narben und Einschränkungen, die zu uns gehören. „Du siehst mich, so wie ich bin und werden kann. ... nimmst deinen liebevollen Blick nicht von mir.“ Das Lied vom Kirchentag 2015 fällt mir ein. Ich wünsche Ihnen zum Karneval Verkleidungen, die Freude machen und nachhaltig Grund zum Tanzen und Lachen liefern.










Verfasser: Uta Hirschler, Pröpstin