Propstei Braunschweig
09.03.19

Pröpstin Uta Hirschler am 9. März 2019 in der nb

Gefühlvoll und gelassen

Anderen Menschen begegnen wir sehr unterschiedlich: Mal voll Interesse und Mitgefühl und dann wieder verschlossen und schnell urteilend. Die eigene Reaktion hängt gar nicht so selten vom eigenen Wohlbefinden und Glücksgefühl ab. Wer schlechte Laune hat oder sich zu kurz gekommen oder übergangen sieht, reagiert oft kurzangebunden und auch schnell etwas zu scharf. Eine Person dagegen, der gerade alles glückt und gut von der Hand geht, bringt oftmals jede Menge Gelassenheit mit und kann leichter Interesse für Fremdes entwickeln.
Entsprechend kommt es vor, dass auf die Aktion eines Menschen verschiedene andere sehr unterschiedlich reagieren. So ist es in der Geschichte als Jesus bei einem Aussätzigen namens Simon einkehrte, um zu essen und Pause zu machen.
Eine freundliche und aufmerksame Frau sah ihn. Ich stelle sie mir vor mit einem mitfühlenden Blick für Gedanken und Sorgen, die ihn bewegten und zeichneten. Sie sah seine Müdigkeit und ließ sich vom Anblick anregen ihm etwas Gutes zu tun, strich ihm mit Salböl übers ernste Gesicht und sicher empfand sie Freude, ihn zu berühren.
Ganz anders die Männer, in deren Gesellschaft Jesus zu Simon, dem Aussätzigen gekommen war. Pragmatisch und vielleicht selbst mit staubigen Schuhen, müde von der Wanderung und hungrig werden sie gewesen sein. Vielleicht waren sie noch beeindruckt und in Gedanken über gemeinsam erlebtes wie die Bekehrung des Simon, die es jetzt zu feiern galt. Weitere Gäste störten sie wohl. So reagierten sie empört und konnten sich nicht mitfreuen, als die Frau Jesus salbte. Jesus nennt die Salbung ein gutes Werk und lobt die Frau.
Daraus nehme ich die Frage mit: Was ist nötig, dass ich mich mit den guten Werken anderer mitfreuen kann?










Verfasser: Pröpstin Uta Hirschler